Das Spielestudio IO Interactive hat den umstrittenen Kopierschutz Denuvo aus der PC-Version von „007 First Light“ entfernt. Die Änderung erfolgte mit Update 1.1.0, das am 24. Juli veröffentlicht wurde – nur rund 58 Tage nach dem Release am 27. Mai. Bemerkenswert: In den offiziellen Patchnotes wird die Entfernung mit keinem Wort erwähnt.
Aufgefallen ist die Änderung stattdessen durch die Datenbank von SteamDB. Dort zeigen die Änderungsprotokolle, dass die Hauptdatei 007FirstLight.exe um rund 263 MByte geschrumpft ist. Dies deutet darauf hin, dass die ursprünglich mit Denuvo geschützte ausführbare Datei vollständig ersetzt wurde und der Kopierschutz nicht lediglich deaktiviert wurde.
Warum die dänischen Videospiel-Entwickler von IO Interactive den Kopierschutz von „007 First Light“ bereits nach weniger als zwei Monaten entfernt hat, bleibt bislang unklar. Eine offizielle Stellungnahme gibt es nicht.
Als mögliche Gründe werden mehrere Szenarien diskutiert. Berichten zufolge soll die eingesetzte Denuvo-Version bereits umgangen worden sein, wodurch ihr Nutzen deutlich gesunken wäre. Ebenso denkbar ist jedoch, dass lediglich eine zeitlich begrenzte Lizenz für Denuvo bestand oder der Publisher den Schutz ausschließlich während der besonders umsatzstarken Verkaufsphase einsetzen wollte.
Bereits vor der Veröffentlichung stand der Kopierschutz in der Kritik. IO Interactive ergänzte den Hinweis auf Denuvo erst kurz vor dem Verkaufsstart auf der Steam-Seite, obwohl Vorbestellungen bereits möglich waren. Viele Käufer fühlten sich dadurch schlecht informiert. Die Diskussion drehte sich dabei um bekannte Kritikpunkte des DRM-Systems wie mögliche Aktivierungsbeschränkungen, Einschränkungen beim Offline-Spielen, Probleme unter Linux und SteamOS, Auswirkungen auf die langfristige Archivierung von Spielen sowie mögliche Performance-Einbußen. Vor allem Besitzer eines Steam Decks oder Linux-PCs äußerten Bedenken hinsichtlich der Kompatibilität.
Die Entfernung von Denuvo bedeutet allerdings nicht automatisch, dass „007 First Light“ nun schneller läuft. Ob sich die Bildrate oder die Frametimes verbessern, hängt davon ab, wie stark der Kopierschutz zuvor tatsächlich in die Spielausführung eingegriffen hat. Gleichzeitig verändert Update 1.1.0 zahlreiche weitere Bestandteile des Spiels, sodass sich eventuelle Leistungsunterschiede nicht eindeutig auf die Entfernung von Denuvo zurückführen lassen. Für belastbare Aussagen wären direkte Vergleichstests zwischen der alten und der neuen Version unter identischen Bedingungen erforderlich.
Unabhängig vom Kopierschutz handelt es sich bei Update 1.1.0 um einen umfangreichen Patch. Laut IO Interactive wurden mehr als 200 Fehler beseitigt, die sowohl durch Community-Feedback als auch interne Tests identifiziert wurden. Zu den Verbesserungen gehören unter anderem: Absturzbehebungen, Missions- und Fortschrittsblocker, Grafik- und Clipping-Fehler, fehlerhafte Animationen, Achievement-Probleme, Verbesserungen der Benutzeroberfläche sowie Stabilitätsoptimierungen auf verschiedenen Plattformen.
Zusätzlich erweitert das Update den Spielumfang um zwei neue TacSim-Missionen. Außerdem können Spieler neue freischaltbare Belohnungen erhalten, darunter die DRS-7 Silenced SMG sowie das Outfit Diamond in the Rough. Die Gegenstände lassen sich nach Erreichen der entsprechenden Freischaltstufe mit der Spielwährung Intel erwerben. Auf Steam umfasst der Download rund 3,6 GByte, wobei die Größe je nach Plattform variieren kann.
Für viele PC-Spieler dürfte die Entfernung von Denuvo eine erfreuliche Nachricht sein. Wer bislang bewusst auf den Kauf verzichtet hat, kann die aktuelle Steam-Version nun ohne die zusätzliche Anti-Tamper-Technologie nutzen. Allerdings bedeutet dies nicht, dass „007 First Light“ vollständig DRM-frei ist. Die üblichen Schutzmechanismen von Steam – darunter Kontobindung, Besitzprüfung und die Vertriebsplattform selbst – bleiben weiterhin bestehen. Lediglich die zusätzliche Denuvo-Schicht wurde entfernt.
Quelle: SteamDB

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