LG entfernt Werbung aus Monitor-Software für Windows 11

Nach Hinweis von Epic-Games-Chef greift Microsoft ein

Seit wenigen Wochen installieren bestimmte LG-Monitore unter Windows 11 ungefragt eine Begleitsoftware, die anschließend Werbeeinblendungen für Antivirus-Software von McAfee anzeigt. Das tritt bislang nur in den USA auf, aber Microsoft hat nun reagiert. Der Windows-Konzern bestätigt, dass LG die umstrittenen Pop-ups kurzfristig deaktivieren wird.

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Auslöser der Kontroverse war eine Untersuchung von Gamers Nexus. Diese zeigte, dass kompatible LG-Monitore beim Anschluss an einen Windows-11-PC automatisch den „LG Monitor App Installer“ über Windows-Update beziehungsweise den Microsoft-Store installieren können. Die Anwendung blendete anschließend bei nahezu jedem Systemstart Werbung für eine Testversion von McAfee Antivirus oder bestimmte Monitor-Apps von LG selbst ein – ohne dass Nutzer die Installation der Begleitsoftware bewusst angestoßen hatten.

Besonders kritisch sahen viele Anwender dabei weniger die Werbung selbst als vielmehr den Umstand, dass Software eines Peripheriegeräts ohne ausdrückliche Zustimmung auf dem PC landet. Entsprechend entwickelte sich das Thema innerhalb weniger Tage zu einem der meistdiskutierten Windows-Aufreger der Woche.

Nun hat sich Microsoft öffentlich zu Wort gemeldet. Nachdem Tim Sweeney, Gründer und CEO von Epic Games, Pavan Davuluri, Executive Vice President für Windows und Devices, in einem entsprechenden Beitrag auf X markiert hatte, erklärte dieser, dass Microsoft mit LG Kontakt aufgenommen habe. Das Unternehmen habe zugesagt, die McAfee-Pop-ups aus dem LG Monitor App Installer umgehend zu entfernen. Gleichzeitig kündigte Microsoft an, gemeinsam mit Hardware-Partnern an besseren Nutzererfahrungen arbeiten zu wollen.

Damit reagiert Microsoft ungewöhnlich schnell auf öffentliche Kritik. Der Konzern greift nur selten öffentlich bei Software ein, die von Hardwareherstellern ausgeliefert wird.

McAfee-Werbung auf LG-Monitor (Quelle: Gamers Nexus)

LG weist die Vorwürfe jedoch teilweise zurück. Laut einer Stellungnahme des Unternehmens gegenüber Windows Latest werde McAfee nicht automatisch installiert, sondern lediglich als optionale Installation angeboten. Die eigentliche Antiviren-Software werde erst nach einer ausdrücklichen Zustimmung des Nutzers eingerichtet. Auch personenbezogene Daten würden über den Installer nicht gesammelt. Dennoch räumt die Reaktion indirekt ein, dass die Werbeeinblendungen selbst künftig verschwinden werden.

Auch wenn die McAfee-Werbung nun entfernt wird, bleibt die grundsätzliche Diskussion bestehen. Windows erlaubt es Herstellern bestimmter Geräte, Begleitsoftware automatisch über Windows Update und den Microsoft Store bereitzustellen. Ursprünglich soll dies die Einrichtung neuer Hardware vereinfachen und Funktionen wie Firmware-Updates oder Konfigurationswerkzeuge automatisch bereitstellen.

Der LG-Fall zeigt jedoch, dass diese Mechanismen auch für Marketingzwecke genutzt werden können. Experten fordern deshalb, Microsoft solle transparenter machen, welche Software beim Anschließen neuer Geräte automatisch installiert wird und Anwendern grundsätzlich eine Wahlmöglichkeit geben.

Quelle: Microsoft-VP Pavan Davuluri @ X

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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