Intel Raptor Lake Next CPUs mit bis zu 20 Kernen aufgetaucht

Lieferdaten neuer CPU-Modelle mit 16 und 20 Kernen bestätigen weiteren LGA1700-Refresh

Intels weitere Aktualisierung der Raptor Lake Prozessoren scheint näher zu rücken. In jetzt aufgetauchten Versandunterlagen aus Vietnam sind vier bislang unveröffentlichte Desktop-CPUs mit der Bezeichnung „Raptor Lake Next“ aufgetaucht. Die Dokumente enthalten erste Angaben zu Taktfrequenzen und Cache-Größen. Die konkreten Modellnamen und technischen Daten hat Intel bislang nicht offiziell bestätigt.

Anzeige

Besonders interessant sind zwei Varianten mit 16 beziehungsweise 20 Kernen. Sie könnten die bestehende Produktpalette für den Sockel LGA1700 ergänzen und damit eine weitere Aufrüstungsmöglichkeit für Besitzer kompatibler Mainboards schaffen.

Die Einträge nennen die internen Kennungen 99DLMV, 99DLMT, 99DLMW und 99DLMX. Die beiden erstgenannten Modelle lassen sich anhand der aufgeführten Cache-Größen und früherer Gerüchte relativ gut einordnen.

Das Modell 99DLMV soll über 16 Kerne verfügen, aufgeteilt in acht Performance- und acht Effizienzkerne. Gerüchte über diesen neuen Core i5 mit 8 P- und 8 E-Kernen kursieren seit September, aber Details gab es bislang kaum. Nun werden 3,5 GHz als Basistakt und als Cache-Kapazität 30 MByte genannt. Die thermische Verlustleistung (TDP) soll bei 125 Watt liegen. Damit könnte der Prozessor als Nachfolger oder Ergänzung bisheriger Core i5 beziehungsweise Core i7 Modelle positioniert werden.

Der zweite interessante Kandidat trägt die Kennung 99DLMT. Hier werden 20 Kerne erwartet, bestehend aus acht Performance- und zwölf Effizienzkernen. Der Basistakt soll 2,1 GHz betragen, der Cache 33 MByte. Mit einer TDP von 65 Watt wäre diese Variante trotz der höheren Kernzahl auf eine niedrigere Leistungsaufnahme ausgelegt.

Die beiden übrigen Einträge weisen jeweils 2,6 GHz und 24 MByte Cache auf. Ihre genaue Kernkonfiguration ist bislang nicht bekannt.

Versandunterlage neuer Intel-CPUs (Quelle: Club386)

Raptor Lake Next dürfte auf der bisherigen Raptor Lake Architektur aufbauen und für Intels Sockel LGA1700 vorgesehen sein. Damit könnten Nutzer bestehender Systeme ihre Prozessoren aktualisieren, ohne zwangsläufig Mainboard und Arbeitsspeicher austauschen zu müssen. Auch DDR4-Unterstützung gilt als wahrscheinlich, ist für die konkreten Desktop-Modelle aber noch nicht abschließend bestätigt.

Für Intel wäre ein solcher Refresh eine Möglichkeit, die etablierte Plattform weiter zu bedienen, während neuere Prozessorfamilien andere Marktsegmente abdecken. Gerade angesichts hoher DDR5-Preise könnte die Möglichkeit, vorhandenen DDR4-Speicher weiterzuverwenden, für preisbewusste Käufer interessant sein. So rechnet AMD erst in zwei Jahren mit Entspannung bei DDR5.

Die Versandunterlagen belegen noch keine unmittelbar bevorstehende Markteinführung. Sie zeigen jedoch, dass entsprechende Prozessoren offenbar bereits in der Lieferkette auftauchen. Frühere Berichte rechnen mit einer Einführung im Jahr 2027. Preise, offizielle Modellbezeichnungen und konkrete Leistungswerte stehen weiterhin aus.

Quelle: Club386

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert