Intel forciert Highspeed-Bussysteme

Arapahoe und Serial ATA sollen alte Standards ablösen

Auf dem gestern beendeten Intel Developer Forum (IDF) präsentierte der Chipgigant gleich zwei mehr oder weniger neue Hochgeschwindigkeitsbussysteme.

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Den Anfang machte die Vorstellung der endgültigen Serial ATA (SATA) Spezifikation, dem designierten Nachfolger des betagten ATA-Standards. Dieser ist mit ATA-133 und mit theoretischen 133MB/s an seinem Leistungsmaximum angelangt. Noch schnellere Versionen sind unwahrscheinlich.
Bei der Entwicklung von SATA achtete die Serial ATA Working Group darauf, die „Fehler“ des alten Standards nicht zu wiederholen. So benötigt ATA-xxx breite, 40 bzw. 80polige Kabel, die im Gehäuse eine Menge Platz wegnehmen. SATA kommt mit dünnen, vieradrigen Kabeln aus, die zudem mit 100cm auch noch doppelt so lang sein dürfen wie bisher.
Die maximale Datenrate steigt auf anfänglich knapp 190MB/s (1,5GBit/s), soll jedoch nach oben hin offen für massive Steigerungen sein. Intel geht davon aus, dass erste mit dem neuen Standard kompatible Gerät im ersten Halbjahr 2002 erscheinen werden. Intels erstes Produkt verschob sich übrigens um sechs bis zwölf Monate nach hinten. Serial ATA wird nun nicht mehr wie erwartet im als Southbridge genutzten Intel Controller Hub 4 (ICH4), sondern erst 2003 im ICH5 unterstützt. Vor kurzem erschien der ICH3. Solange der Standard nicht von jedem neuen Mainboard unterstützt wird, kann man kaum mit mehr als einer Hand voll entsprechender Geräte rechnen.

Serial ATA führt ein Problem vor Augen, dem bisher nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Der PCI 2.1 Standard, wie er derzeit bei jeder Steckkarte Verwendung findet, ist für maximal 133MB/s gut. Wenn jedoch ein Serial ATA Controller 190MB/s übertragen können muss, ist der PCI-Standard für dessen Anbindung nicht mehr geeignet. Daher entwickelten die Chipsatzhersteller jeweils eigene Bussysteme, mit denen die Southbridge, die bekanntlich u.a. die ATA-Controller enthält, an die jeweilige Northbridge angebunden wird. VIA kommt mit dem V-Link auf 266MB/s, SiS mit MuTIOL auf 533MB/s. Doch was ist mit separaten Steckkarten? SCSI-Controller überschreiten mit 160 bzw. sogar 320MB schon lange die Datenraten, die der PCI-Bus maximal übertragen kann. Kurzfristig schafft eine Verdoppelung der Frequenz auf 66MHz bzw. der Busbreite auf 64Bit Abhilfe. Im Grunde existiert auch schon lange ein Nachfolger. PCI-X kann mit 133MHz und einem 64Bit-Bus 1066MB in der Sekunde transferieren. Das ganze ist dann auch noch rückwärtskompatibel zu allen anderen PCI-Standards. Zur Zeit wird der Bus aber nur in Servern und Workstations verwendet, in Desktop-PCs hat man PCI-X noch nie gesehen.

Abhilfe soll hier Arapahoe alias 3GIO (Third Generation I/O) schaffen. Zusammen mit dem Who is Who der Branche arbeitet Intel an diesem Bussystem, das nicht nur AGP, PCI und PCI-X ablösen, sondern gleichzeitig auch noch als Verbindung für alle möglichen Chips im PC bzw. Server dienen soll. Im ersten Quartal 2002 möchte man der PCI Special Interest Group (PCI-SIG) eine erste Version der Spezifikation zur Evaluation vorlegen. Die endgültige Version soll Mitte 2002 fertig sein und von der PCI-SIG als Standard anerkannt werden. Ein Jahr später sollen dann erste Produkte entwickelt sein und auf den Markt kommen.
Den PR-Abteilungen zufolge, soll 3GIO extrem skalierbar sein, „bis an das theoretische Maximum von Kupferverbindungen“. Demnach wären Bandbreitenprobleme erst einmal für eine Weile aus der Welt geschafft. Wie schnell 3GIO anfangs konkret sein soll, ist noch nicht bekannt. Vermutlich wissen das die Entwickler selbst noch nicht so genau.

Quelle: E-Mail

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