VIA gewinnt Rechtsstreit mit Intel

Gerichtliche Auseinandersetzung um AGP Fast Write beendet

VIA Technologies hat letzte Woche einen der ‚kleineren‘ gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Intel gewonnen. Ein US District Court im nördlichen Kalifornien hat Intels Klage zurückgewiesen, VIA würde mit seiner Implementierung von AGP Fast Write in den eigenen Chipsätzen gegen Patente von Intel verstoßen.

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Intel hatte argumentiert, dass Fast Write eine Erweiterung der AGP-Spezifikation sei und dessen Implementierung über die Lizenz von VIA hinausgehe, die nur den ’normalen Standard‘ abdeckt.
VIA ist dagegen der Meinung, dass Fast Write ein wesentlicher Bestandteil des AGP-Standards sei und man deshalb dieses Feature unterstützen darf.

Der Richter stimmte mit VIA überein. „Intel argumentiert, dass Fast Write ein ‚Protokoll‘ ist, keine Spezifikation“, schrieb er in der Urteilsbegründung. „Ein Protokoll kann aber auch eine Spezifikation sein. In der mündlichen Verhandlung hat Intels Rechtsanwalt anfangs zugestimmt, dass die AGP 2.0 Spezifikation eine ‚Spezifikation‘ für Fast Write enthält. Am Ende der mündlichen Verhandlung dagegen ist er von dieser Zustimmung wieder abgerückt.“ Dieser Sinneswandel würde die Konfusion auf Seiten Intels widerspiegeln, so der Richter weiter.
Auch wäre es für die Ingenieure oder die Branche insgesamt schwer nachzuvollziehen, was zu der AGP-Lizenz gehört und was nicht, würde man Intels Ansicht folgen.

Dieser Streit steht natürlich in keinem Zusammenhang mit der wichtigeren Angelegenheit des VIA P4X266 Chipsatzes für Pentium 4 Prozessoren. Geht man allerdings davon aus, dass die gerichtlichen Verfahren ungefähr die gleiche Zeit benötigen, sieht es nicht gut aus für VIA. Diese wollen den Streit nämlich möglichst schnell beenden, damit ihr umstrittender Chipsatz auch von den zögernden Mainboard-Herstellern angenommen wird. Die gerichtliche Auseinandersetzung um AGP Fast Write dauerte länger als ein Jahr.

Quelle: EE Times

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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