Intel stellt Celeron 1700 vor

Erster Celeron mit Pentium 4 Kern

Bereits seit Monaten war bekannt, dass Intel irgendwann im zweiten Quartal die Celeron Prozessorlinie zum fünften Mal in ihrer Geschichte aktualisieren wird. Aktualisieren, das ging in der Vergangenheit immer einher mit neuerer Prozesstechnik, niedrigerem Stromverbrauch oder größerem Cache. Nicht so beim neuen Celeron auf Basis des Pentium 4 Prozessorkernes Willamette. Diesen baut Intel noch mit fast drei Jahre alter 0.18µm Prozesstechnik, der L2-Cache ist lediglich 128KB groß. Dafür klettert die Leistungsaufnahme auf gigantische 63,5W. Diesen Wert erreichte bislang nicht einmal AMDs Duron. Verglichen mit dem Vorgänger, dem Celeron auf Basis des Pentium III Kernes Tualatin, ist der neue Prozessor ein kompletter Rückschritt. Er hat weniger Cache, wird mit alter Prozesstechnik gefertigt, verbraucht fast doppelt soviel Strom und ist letztendlich sogar in der Mehrzahl der Anwendungen langsamer oder nur gleichschnell wie der Celeron 1400 mit Pentium III Kern. Nicht nur der Prozessor allein verbraucht mehr Strom, auch die Spannungswandler auf dem Mainboard, das Netzteil und die Lüfter genehmigen sich mehr wertvolle Ressourcen. Die hohe Leistungsaufnahme hätte Intel ein klein wenig eindämmen können, wenn man statt alter 0.18µm die neue 0.13µm Prozesstechnik verwendete. Warum Intel das tun sollte, haben wir schon im vergangenen Jahr ausführlich dargelegt. Zusammengefasst ist die neue Prozesstechnik günstiger, ressourcenschonender und zukunftssicherer. Laut Intel habe man jedoch noch sehr viele freie Kapazitäten bei der 0.18µm Fertigung, die man jetzt für den Celeron nutzen möchte. Lange will man den Celeron dennoch nicht mit alter Technik herstellen. Bereits Anfang 2003, wenn der Celeron mit 2GHz takten wird, stellt man auch die LowCost-Prozessorlinie auf 0.13µm Fertigung um. Der Celeron auf Basis des Pentium III wird bis dahin vollständig verdrängt sein. Schnellere Exemplare als 1400MHz wird es von ihm nicht geben.

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Vorteil der neuen Prozessoren ist, dass sie auf den gängigen Sockel478 Mainboards mit 400MHz FSB laufen. Das ist bei den alten Celeron nicht der Fall. Für sie benötigt man ein Mainboard mit inzwischen veraltetem Sockel370, das außer für den Celeron nur noch für den teuren Serverprozessor Pentium III-S genutzt werden kann.

Prozessor Taktfrequenz Preis Leistungsaufnahme
Celeron 1700 MHz $83 63,5 W
1400 MHz $89 34,8 W
1300 MHz $74 33,4 W
1200 MHz $69 29,9 W
1100 MHz $64 28,9 W
Duron 1300 MHz $84 60,0 W
1200 MHz $79 54,7 W
1100 MHz $69 50,3 W
1000 MHz $64 46,1 W

Interessant ist auch ein Vergleich der Prozessorkerngrößen. Diese wirken sich mehr oder weniger direkt auf die Produktionskosten aus. Je kleiner ein Kern ist, umso mehr Prozessoren können in gleicher Zeit mit gleicher Anzahl Produktionsmaschinen hergestellt werden. Wie man sieht, ist der Kern des neuen Celeron (Willamette) fast dreimal größer als der des alten (Tualatin). Es können also theoretisch dreimal weniger Prozessoren hergestellt werden – in der Realität könnten es sogar noch weniger sein. AMDs Konkurrenzprodukt ist immerhin noch nur halb so groß.

Prozessor Prozesstechnik Kerngröße
AMD Morgan 0,18µ 106mm²
Thoroughbred 0,13µ 85mm²
Intel Coppermine 0,18µ 95mm²
Tualatin 0,13µ 80mm²
Willamette 0,18µ 217mm²
Northwood 0,13µ 131mm²

Celeron auf Basis des Pentium 4 (Quelle: Akiba)

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