ATIs neue High-End Grafikchips

Gerüchte: R5xx unterstützt Shader 3.0 und kommt im ersten Halbjahr 2005

Nach der Bekanntgabe der neuen Marktzahlen hat ATI Technologies gegenüber Analysten offenbar einige Informationen zur nächsten Serie von High-End Grafikchips verraten. Die ersten Produkte dieser Reihe, die unter dem Codenamen “R5xx“ gehandelt wird, sollen demnach in der ersten Hälfte des nächsten Jahres offiziell vorgestellt werden. Angeblich werden diese Grafikchips schon in 90nm Prozesstechnologie gefertigt und – wie die GeForce 6 Familie von nVidia – das Shader Model 3.0 unterstützen.

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Außerdem soll die Unterstützung von GDDR4 SDRAM vorbereitet sein. Aktuell wird auf Hígh-End Grafikkarten GDDR3 Speicher verwendet, der in Kürze mit bis zu 800 MHz realer Taktfrequenz (1.6 GHz effektiv, 1.25ns Zugriffszeit) erhältlich sein wird. GDDR4 SDRAM soll gegen Ende 2005 erhältlich sein und reale Taktfrequenzen von bis zu 1.2 GHz bieten (2.4 GHz effektiv).

Die Verwendung von 90nm Prozesstechnologie für einen neuen High-End Grafikchip mit neuen Features (Shader 3.0) würde die Abkehr von ATIs bisheriger Strategie bedeuten. In der Vergangenheit haben die Kanadier ein neues und feineres Fertigungsverfahren zunächst bei ihren Mainstream-Chips eingeführt, bevor dieses auch bei den komplexeren Hochleistungschips Anwendung gefunden hat. So wird aktuell die Radeon X700 Serie in 110nm produziert, während die X800 Reihe noch in 130nm hergestellt wird.
Andererseits hat ATI-Chef Dave Orton bereits in diesem Frühjahr zu Protokoll gegeben, dass man sich noch nicht sicher sei, wie gut eine Shader 3.0 Architektur in 130nm zu produzieren ist. Man werde auch 90nm dafür in Betracht ziehen und testen.
Nach Aussagen der von ATI eingeweihten Analysten soll der erste R5xx Grafikchip “eine kleinere Chip-Größe“ besitzen, vermutlich im Vergleich mit dem R420 der Radeon X800 Serie. Die Umstellung der Fertigung von 130nm auf 90nm Strukturbreite kann in der Tat die Chip-Größe um etwa 50% reduzieren. Allerdings erfordert das Shader Model 3.0 mit der erhöhten Genauigkeit von Gleitkommaberechnungen deutlich mehr Transistoren, was eine Vergrößerung der Chip-Fläche um mindestens 25% nach sich zieht.
Erfreulich daran: Sollte die Produktion der R5xx Serie von Grafikchips in 90nm erfolgreich sein, lassen diese kleineren Bausteine eine bessere Verfügbarkeit erhoffen als derzeit die noch in 130nm gefertigten ATI R420 und nVidia NV40 High-End Grafikchips. Solche Grafikkarten sind ja selbst Monate nach ihrer Ankündigung immer noch nicht in ausreichender Stückzahl erhältlich.

Quelle: Beyond3D

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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