Intel weist AMD-Vorwürfe zurück

Intel: ''Wir konkurrieren fair aber hart'' - AMD betreibt Werbung für Klage

Der erst seit wenigen Monaten im Amt befindliche neue Intel-Chef Paul Otellini hat die in der Klage von AMD erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. AMD bezeichnet die Geschäftspraktiken von Intel als rechtswidrig. Das Unternehmen will nächste Woche in großen US-Tageszeitungen mit Anzeigen auf seine Kampagne “break free“ und die Klage gegen Intel aufmerksam machen.

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Mit den ganzseitigen Anzeigen will AMD Unterstützung in der Öffentlichkeit, bei Herstellern, bei Politikern und bei den Computernutzern gewinnen. In der für nächsten Mittwoch geplanten Anzeige erklärt der Hersteller, warum die Klage erhoben wurde. Intel habe den Wettbewerb in der Mikroprozessorindustrie durch Druck auf seine Abnehmer und Partner eingeschränkt. Normalweise wären solche Geschäftspraktiken “just business“, aber nach Ansicht von AMD sind sie aufgrund der Monopolstellung von Intel rechtswidrig. Außerdem werden die Leser aufgefordert, sich die 48 Seiten umfassende Klageschrift (PDF, 162KB) herunterzuladen und zu Gemüte zu führen. Diese ist – verglichen mit sonst üblichen Klageschriften im Wirtschaftsbereich – ungewöhnlich locker geschrieben und leicht zu lesen.
Die für die Anzeige ausgewählten nordamerikanischen Tageszeitungen machen deutlich, welche Zielgruppen AMD anpeilt. “The Austin American-Statesman“ und “The Mercury News“ werden in Austin, Texas, und in San Jose, Kalifornien, im Silicon Valley gelesen, wo viele High-Tech Firmen, u.a. AMD und Intel, angesiedelt sind. Politiker und Lobbyisten sollen ebenfalls angesprochen werden: die Anzeige erscheint in zwei Zeitungen aus Washington (“The Hill“ und “Roll Call“), die sich vorwiegend mit Neuigkeiten rund um den Regierungssitz beschäftigen. Außerdem schaltet AMD die Anzeige in der größten Wirtschaftszeitung “The Wall Street Journal“ und zwei großen Publikumszeitungen in den Metropolen New York und Washington (“The New York Times“ und “The Washington Post“).

Intel-Chef Otellini hat unterdessen in einer Pressemitteilung deutlich gemacht, dass man “immer schon die Gesetze der Länder respektiert“ habe, in denen sein Unternehmen tätig ist. “Wir konkurrieren fair aber hart, um Endkunden die meisten Vorteile zu bringen“, meinte er weiter. “Das wird sich nicht ändern.“
Außerdem verweist Otellini auf frühere Kartellrechtsklagen, an denen Intel beteiligt war. “Jeder einzelne Fall wurde zu unserer Zufriedenheit gelöst“, meinte Intels CEO. “Wir widersprechen eindeutig den Vorwürfen von AMD und sind überzeugt, dass diese jüngste Klage günstig für uns ausgehen wird – genauso wie die anderen.‘

Quelle: E-Mail

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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