Lucid zeigt Multi-VGA-System

Hydra 100: Spezialchip zum parallelen Betrieb mehrerer Grafikkarten

Auf dem Intel Developer Forum (IDF) in San Francisco hat die israelische Firma Lucid das erste Mal ihren im Juli angekündigten „Hydra 100“ Chip in Aktion demonstriert. Eine Kombination aus Hard- und Software soll dafür sorgen, dass der Betrieb mehrerer Grafikkarten besser bzw. effizienter skaliert als die aktuellen Lösungen von Nvidia (SLI) und ATI (CrossFire).

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Der „Hydra 100“ Chip kann z.B. auf Grafikkarten mit mehreren Chips oder auf Mainboards mit mehreren PCI Express Steckplätzen für Grafikkarten eingesetzt werden. Auf einem Mainboard würde der Hydra 100 über eine PCI Express x16 Verbindung mit der Northbridge verbunden. Die Grafiksteckplätze sitzen dahinter, wobei zweimal PCIe x16 oder viermal PCIe x8 möglich sind.
Der Chip ist dann im Betriebssystem als PCI Express Gerät eingerichtet und der Treiber bzw. die Software von Lucid fängt die Aufrufe z.B. von Spielen an die OpenGL oder DirectX Schnittstelle ab. Die Aufrufe werden analysiert und auf die vorhandenen Grafikchips verteilt. Sind die Grafikchips fertig, schicken sie das Ergebnis über den PCI Express Bus zurück an den Hydra 100. Dieser kombiniert die Resultate und schickt sie wieder an die Grafikkarte, an die der Monitor angeschlossen ist.
Bei CrossFire und SLI sind allein die Grafikkartentreiber für den Parallelbetrieb zuständig und einer der Grafikchips übernimmt die Organisation. Bei Lucid macht dies komplett der Extra-Chip.
Interessant dabei: Laut Hersteller könnte man mit dem Hydra 100 auch unterschiedliche schnelle Grafikkarten parallel betreiben, weil der Chip die Performance analysiert und z.B. bei einer GeForce 8600 und einer GeForce 9800 die langsamere Karte weniger Bildelemente berechnen lässt. Allerdings kann der Chip nur einen Grafikkartentreiber gleichzeitig ansprechen, d.h. eine Mischung aus ATI Radeon und Nvidia GeForce Karten wird nicht unterstützt.
In Testsystemen auf dem IDF hat der Hydra 100 Chip scheinbar schon recht gut funktioniert, obwohl es sich erst um die erste (Alpha-)Version fertigen Siliziums gehandelt hat. Auch wird der Lucid Chip im Betrieb wohl nicht besonders heiß – auf dem IDF saß kein Kühler auf dem Chip – und soll weniger als 5 Watt verbrauchen.
Der Hydra 100 soll in der ersten Hälfte des nächsten Jahres marktreif sein. Angeblich arbeitet bereits einer der großen Mainboard- und Grafikkartenhersteller aus Taiwan mit Lucid zusammen.


Quelle: Beyond3D

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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