DRM: Tod der PC-Spiele?

„Digital Rights Management“, kurz DRM, bezeichnet Verfahren, mit denen Hersteller die Nutzung digitaler Medien kontrollieren möchten. Besonders PC-Spieler sehen sich als Leidtragende immer härterer Maßnahmen. So erfordern alle neuen Titel des Publishers Ubisoft eine permanente Internet-Verbindung.

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Dass dies zu Problemen führt, die nicht Raubkopierer, sondern die ehrlichen Kunden ausbaden müssen, zeigten die letzten Tage: Besitzer der Spiele „Assassin´s Creed 2“ und „Silent Hunter 5“ konnten aufgrund eines Serverproblems die Titel nicht starten.

Der Ärger der PC-Gemeinde wächst: Während Konsolenspieler von DRM-Maßnahmen weitgehend verschont bleiben, werden PC-Spieler per se als Raubkopierer gebrandmarkt. Die Strategie der Publisher erscheint absurd, denn mit Online-Zwängen plagen sich nur die ehrlichen Käufer herum. Viele PC-Fans resignieren und so liest man in zahlreichen Rezensionen zu „Assassin´s Creed 2“ gar die Empfehlung, die PC-Version zu meiden und zur PS3- oder Xbox360-Variante zu greifen.

Schade, denn PC-Spieler profitieren von besserer Grafik und erhalten einige Konsolen-DLCs bereits mit der Verkaufsversion. Doch nutzten diese in den letzten Tagen wenig: Ubisofts Server fielen aus, die Gründe sind nebulös, einmal wird ein unerwarteter Spieler-Ansturm genannt, ein anderes Mal ein externer Angriff. Ein System, das Raubkopien verhindern sollte, treibt die Spieler dazu, sie zu verherrlichen und mehr als einmal liest man in Foren Lobeshymnen auf Cracker und Boykottaufforderungen für Ubisoft-Spiele.

Die Meinung der PC-Spielergemeinde verändert sich, denn Raubkopien gelten in den Augen vieler nicht mehr als illegale Schmuddelware, sondern als legitime Rebellion gegen die „Gängelung“ der Publisher. Nur die Konsolen-Spieler blicken gelassen auf den DRM-Ärger der PC-Zocker: Während diese Single-Player-Spiele aufgrund von Serverausfällen nicht starten können oder Brennprogramme den Dienst versagen, weil ein Kopierschutztreiber interveniert, zocken Xbox-360- und PS3-Besitzer schon seit Monaten ohne Probleme „Assassin´s Creed 2“.

Was bleibt ist die stille Empfehlung der Konsoleros den PC aufzugeben. Doch wäre das nicht genau das, was die DRM-Maßnahmen der Hersteller eigentlich verhindern sollten? Sollten sie nicht Raubkopien einschränken und die PC-Verkäufe stabilisieren? Ein Blick auf fast 240 1-Stern-Amazon-Rezensionen scheint das Gegenteil zu beweisen, in der schönen, neuen DRM-Welt des PC-Spielens.

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André Westphal

Redakteur

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