ARM: „Wir töten den Mikroprozessor“

Mitbegründer des Unternehmens gibt Intel nicht mehr lange

Laut Dr. Hermann Hauser, einem der Mitbegründer des Unternehmens ARM, habe die Konkurrenz von Intel in naher Zukunft keine Chance mehr am Markt. Schon jetzt übersteigen ARMs Einnahmen im Bereich Lizenzgebühren für Prozessoren die Intels: 95 % der Smartphones und ein viertel anderer Geräte aus dem Bereich Elektronik setzt laut Hauser auf ARM-Chips. „Der Grund warum wir den Mikroprozessor töten liegt nicht etwa darin, dass Intel nun versucht einen Atom zu produzieren, der so gut ist wie eine ARM-CPU. Vielmehr hat Intel das falsche Geschäftsmodell“, erklärt Hauser.

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Laut Hauser gehe es im mobilen Segment nicht um den Verkauf von CPUs, so wie es Intel versuche. Stattdessen würden Firmen die Prozessor-Technik lizensieren, um selbst Variationen zu produzieren. Aus diesem Grund stehe Intel ziemlich allein mit seinem Geschäftsmodell da.

Hauser glaubt es breche eine neue Phase im Bereich Computertechnik an und noch nie war es so, dass die „Könige“ der alten Phase ihre Dominanz auch in der nächsten Entwicklungsphase bewahren konnten. Weder Intel noch Microsoft gesteht Hauser also große Zukunftsaussichten zu.

Intel hat auf Hausers Aussagen diplomatisch reagiert und bedauert, dass Hauser ARMs Mitbewerber so scharf angreift, obgleich der Markt genug Potential für viele Mitbewerber aufweise. Auch der Analyst Christian Heidarson relativiert Hausers Aussagen und gibt zwar zu, dass ARM mittlerweile ein starker Konkurrent für Intel sei, eine größere Gefahr aber etwa von Apple ausgehe, die komplette Systeme aus einer Hand anbieten. Sollten hier Firmen wie Acer, Dell oder HP nachziehen und beispielsweise ARMs Techniken lizensieren und eigene Betriebssysteme einsetzen, entstünde ein Albtraumszenario für Intel.

Bis es dazu kommen könnte, dürfte aber noch etwas Zeit vergehen. Aktuell muss man erstmal beobachten, wie sich der Markt entwickelt.

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Quelle: TheWallStreetJournal

André Westphal

Redakteur

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