3D: Totgeburt des Jahres 2010?

Adoptionsraten sind selbst in den USA gering

Seit etwa einem Jahr schüren Hersteller von Unterhaltungselektronik sowie Filmstudios den 3D-Hype. Die Ergebnisse sind ernüchternd: In Nordamerika, wo die Menschen traditionell Techniken schneller aufgreifen als in Deutschland, berichtet eine neue Nielsen-Umfrage von Desinteresse und sogar Abneigung gegenüber stereoskopischem 3D. Eine globale Umfrage mit 27.000 Teilnehmern weist weiterhin aus, dass generell weniger als ein Viertel der Befragten in Erwägung ziehen würden einen 3D-Bildschirm zu kaufen. Bezogen auf die nächsten 12 Monate wollen sogar weniger als 10 % einen 3D-TV anschaffen.

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15 % geben zusätzlich an, dass sie „wahrscheinlich“ im nächsten Jahr einen 3D-TV kaufen möchten. Interessanterweise spiegeln sich diese weltweiten Angaben ausgerechnet in Amerika nicht wieder: Dort geben gerade einmal 3 % an, sie würden im nächsten Jahr sicher einen 3D-Fernseher erwerben. Weitere 3 % halten den Kauf eines Gerätes mit Unterstützung für stereoskopisches 3D für wahrscheinlich.

Weltweit gibt ca. ein Drittel der Befragten an, dass sie nicht in ein 3D-Heimkino investieren wollten. Auch hier ist das Desinteresse in den USA noch stärker als global: Fast 60 % der Anwender weigern sich dort in naher Zukunft auf 3D umzusteigen.

Warum sind gerade die technikaffinen Amerikaner im Bezug auf stereoskopisches 3D so desinteressiert? Eventuell liegt es daran, dass dort noch mehr Menschen als hierzulande bereits in den letzten Jahren HD-Fernseher erworben haben und dementsprechend nicht wieder erneut umsteigen möchten. Zudem ist der 3D-Hype durch die Industrie in den USA noch ausgeprägter als hierzulande und vielleicht ist die Bevölkerung einfach übersättigt.

Eine weitere Nielsen-Umfrage könnte ebenfalls Hinweise liefern: Demnach ist es unwahrscheinlicher, dass Kunden einen 3D-TV kaufen, nachdem sie bereits ein derartiges Gerät getestet haben. Ganz entgegen den Aussagen der Hersteller scheint der Effekt der Technik eher Ernüchterung als Begeisterung hervorzurufen. Eventuell testen in den USA also entsprechend der Technikaffinität der Menschen mehr Leute 3D-Geräte, sind aber vom Ergebnis enttäuscht und verzichten daher auf den Kauf.

Quelle: NewYorkTimes

André Westphal

Redakteur

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