PSN-Ausfall wird zum Fiasko

Datenklau im großen Stil

Der Ausfall des Playstation Networks ist für Sony und seine Kunden mittlerweile zum Super-GAU angewachsen: So warnt Sony aktuell in einer Rundmail Playstation-3-Besitzer mit PSN-Account, dass Angreifer vermutlich unzählige Daten stibitzen konnten. Sony geht davon aus, dass Name, Adresse, Email und Playstation-Network-Kontoname bzw. -Passwort aller Nutzer gestohlen worden seien. Zusätzlich räumt man die Möglichkeit ein, dass auch hinterlegte Kreditkartendaten jetzt in fremden Händen ruhen. Sony rät daher allen PSN-Nutzern ihre Kreditkartenabrechnungen in Zukunft auf Missbrauch zu prüfen.

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Besonders warnt Sony davor auf vermeintliche Emails des Unternehmens zu reagieren, da die Wahrscheinlichkeit von Phishing-Emails jetzt groß sei.

Der PSN-Hack zieht große Kreise: Selbst Persönlichkeiten außerhalb der IT-Branche, etwa Insider aus Politik und Wirtschaft, kritisieren Sony scharf: So sehen Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Datenschutzzentrums Schleswig-Holstein, und Peter Schaar, Bundesdatenschützer, den Vorfall als Anlass das deutsche Datenschutzrecht zu reformieren: Internationale Unternehmen sollen für derartige Probleme zukünftig in Deutschland haftbar sein. Stephan Mayer von der CSU fordert Sony schon jetzt auf Verantwortung zu übernehmen: „Ich sehe Sony auch heute schon klar in der Haftung.“ Mayer kritisiert zudem Sonys spätes Eingeständnis des Hacks, das erst nach mehreren Tagen erfolgte. IT-Experten werfen Sony ergänzend unprofessionelle und höchst unsichere Speicherung der gestohlenen Kundendaten vor, was den Diebstahl geradezu begünstigt habe.

In den USA formieren sich bereits erste Sammelklagen gegen Sony. Inwiefern in Deutschland, allein hierzulande sind vom PSN-Hack ca. eine Millionen Nutzer betroffen, Konsequenzen drohen, ist noch offen.

Quelle: E-Mail

André Westphal

Redakteur

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