EA: „High-End-Grafik verliert an Bedeutung“

John Riccitiello

Die aktuellen Konsolen halten bereits jetzt länger durch als vorangegangene Generationen. Dennoch verzichten Microsoft und Sony bisher auf Ankündigungen zu Nachfolgern für ihre Xbox 360 bzw. Playstation 3. Stattdessen sollen Bewegungscontroller, Kinect und Playstation Move, die Plattformen für Spieler interessant halten. Nintendos Wii U soll zwar 2012 erscheinen, ist aber technisch eher auf einem Niveau mit Microsofts und Sonys Modellen. Laut EAs Geschäftsführer, John Riccitiello, ist das kein Problem: Er glaubt High-End-Grafik hat heute an Bedeutung verloren.

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Riccitiello zweifelt ohnehin am traditionellen Konsolenmodell: „Ich denke das langweiligste an der Industrie ist, dass alle 5 Jahre parallel von allen Herstellern eine neue Konsolengeneration erscheint. Wir Publisher nutzen die Plattform dann bestmöglich aus und nach ein paar Jahren beginnt das Spielchen von vorn. Alle haben sich daran gewöhnt, aber im Grunde ist es keine besonders schlaue Herangehensweise.“ Riccitiello spielt hier auf Veränderungen durch Mobile Games und Gelegenheitsspiele über soziale Netzwerke an: „2000 standen Konsolen noch für 80 % der Spieleindustrie. Heute sind es vielleicht nocht 40 %.“

Laut John Riccitiello erlebe EA aktuell sein größtes Einnahmenwachstum bei Spielen für Apples iPad – eine Plattform, die es seit gerade einmal anderthalb Jahren gibt. Es gehe heute weniger um High-End-Grafik, für die sich ohnehin nur ein Nischenpublikum interessiere, sondern Benutzerfreundlichkeit und innovative Eingabemöglichkeiten und Funktionen: „Die meisten Leute sehen doch nicht einmal den Unterschied zwischen 720p und 1080p.“ Riccitiello betont, dass sich natürlich auch die Grafik weiterentwickeln müsse, sie aber nicht mehr die dominante Rolle innehabe wie in der Vergangenheit. In diesem Sinne lobt der EA-Geschäftsführer die Wii U und sieht Nintendo auf dem richtigen Weg: „Klar schätze auch ich die pure Leistung. Aber ich denke für die Zukunft ist das nicht mehr der ausschlaggebende Faktor.“

Quelle: IndustryGamers

André Westphal

Redakteur

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