Neue Spielregeln für Online-Blitzangebote

Berliner Landgericht urteilt zugunsten der Verbraucher

Amazon veranstaltet regelmäßig seinen „Cyber Monday“ oder auch Nachzügler wie „Cyber Monday Reloaded“. Im Rahmen jener Aktion bietet der Händler Multimedia-Artikel, sowohl Hardware als auch Medien, für einen bestimmten Zeitrahmen in begrenzter Stückzahl sehr günstig an. Die Einführung fand in Deutschland 2010 statt und sorgte direkt für Kritik: So waren viele verlockende Angebote bereits nach wenigen Sekunden vergriffen und Kunden fühlten sich auf den Arm genommen. Infolge ging der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) gegen die Taktik vor und bekam nun vor dem Berliner Landgericht Recht.

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Der VZBV erhob den Vorwurf, es habe sich bei dem Gros der Cyber-Monday-Blitzangebote im Jahr 2010 um Lockangebote gehandelt, weil das Kontingent viel zu gering gewesen sei. Selbst Interessenten, welche die Artikel direkt in ihre Einkaufswagen legten, konnten den Kaufprozess nicht abschliessen. Dies war für den VZBV Anlass eine Klage auf Unterlassung der Werbeaktion einzuleiten.

Das Berliner Landgericht hat nun geurteilt, dass bei derartigen Blitzangeboten die Verfügbarkeit der Produkte über mindestens das erste Viertel des Angebotszeitraumes gewährleistet sein muss. Noch ist das Urteil aber nicht rechtskräftig.

Amazon hatte allerdings bereits 2011 Konsequenzen aus der breiten Kritik gezogen: Am Cyber Monday 2011 waren die Artikel wesentlich länger verfügbar – leider allerdings auch preislich lange nicht so attraktiv wie bei der Aktion im Jahr zuvor.

Quelle: Bluray-Disc

André Westphal

Redakteur

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