Facebook plant eigenes Smartphone?

Soll angeblich 2013 erscheinen

Laut Angaben der New York Times entwickelt Facebook ein eigenes Smartphone, das 2013 auf den Markt kommen soll. Es hört sich zunächst ungewöhnlich an, dass ein Software-Unternehmen eigene Hardware veröffentlichen will. Doch auch Google ist einen ähnlichen Weg gegangen: Mittlerweile bringt der Suchmaschinen-Gigant gemeinsam mit Partnern seine Nexus-Smartphones auf den Markt. Die NY Times hat angeblich direkt von Facebook-Mitarbeitern erfahren, die aufgrund ihrer Enthüllungen lieber anonym bleiben wollen, dass Facebook definitiv an einem Smartphone tüftele.

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Viele Mitarbeiter sollen zuvor für Apple an iPhones und iPads geschraubt haben, so dass die richtigen Kompetenzen im Team stecken. Im Grunde handelt es sich nun um Facebooks dritten Anlauf ein Smartphone zu entwickeln: 2010 gab es bereits erste Gerüchte um ein Facebook-Smartphone, dessen Entwicklung dann aber an der mangelnden Erfahrung des Unternehmens mit der Technik scheiterte. Als zweiten Versuch startete Facebook eine Kooperation mit HTC, um an einem Smartphone mit dem Codenamen „Buffy“ zu werkeln. Ergebnisse fehlen bisher, angeblich ist das Gerät aber weiterhin in der Entwicklung.

Jetzt soll Facebook das Buffy-Team erweitert haben und mit einer Gruppe von erfahrenen Technikern an weiteren Modellen tüfteln. Facebooks Sprecher haben die Gerüchte um ein Facebook-Smartphone weder bestätigt noch dementiert und vielmehr darauf verwiesen, dass das Unternehmen mit der gesamten mobilen Industrie zusammenarbeite und Projekte entwickele. Ein Smartphone würde jedenfalls gut zu Facebooks mäßig erfolgreichem Börsengang passen und Investoren zeigen, dass das soziale Netzwerk neue Einkunftsmöglichkeiten für sich erschließt.

Die Frage ist, ob der Plan aufgeht: Immer wenn bisher Software- oder Hardware-Unternehmen in der jeweils anderen Sparte wilderten, scheiterten die Projekte regelmäßig. Jüngste Beispiele wären Microsofts Zune oder HPs webOS. Lediglich Apple hat in beiden Bereichen Kompetenzen und konnte sowohl mit seinen iPhones als auch dem benutzerfreundlichen iOS Kunden an sich binden. Ein Vorteil für Facebook ist, dass das Unternehmen mit seinem sozialen Netzwerk eine riesige Infrastruktur hinter sich hat und dort bereits zahlreiche Apps und Plug-Ins vorhanden sind. Darauf könnte man aufbauen und die Plattform um einen spezifischen Facebook-App-Store erweitern.

Sollte Facebook weiter bei der Entwicklung eines eigenen Smartphones scheitern, bliebe zudem noch der Kauf eines Herstellers: Google hat es mit Motorola Mobility vorgemacht. Für Facebook würde sich eventuell die Übernahme des angeschlagenen Herstellers RIM anbieten. Facebook wäre dann weniger eine Konkurrenz für Apple als für Google und könnte sich mit günstigen Modellen auf dem Massenmarkt etablieren.

Ob es soweit kommt, ist aber aktuell offen: Wie bereits gesagt, hat Facebook selbst die Gerüchte weder bestätigt noch dementiert.

Quelle: TheNewYorkTimes

André Westphal

Redakteur

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