Die Pläne von Qualcomm

Neue Technologien, neue Akkus, eigene Fab, eigene Handys?

In einer Fragerunde auf der Uplinq Entwicklerkonferenz äußerte sich Qualcomm-Chef Paul Jacobs zu diversen Themen rund um sein Unternehmen und dessen Technologien. Dabei ging es u.a. um die Knappheiten bei 28-nm-Chips, den nächsten Technologiesprung und was man als nächstes angeht, um Akkulaufzeiten zu verlängern.

Anzeige

Wie auch AMD und Nvidia hatte auch Smartphone-Chip-Spezialist Qualcomm darunter zu leiden, dass nicht genug Chips aus der 28-Nanometer-Fertigung kamen wie benötigt. Qualcomm selbst betreibt keine eigenen Fabriken, sondern lässt die meisten Chips bei TSMC fertigen. Paul Jacobs bekräftigte nochmals, dass es keine Probleme mit schlechter Chipausbeute bzw. vielen fehlerhaften Chips gegeben habe. Die Kapazitäten waren anfangs einfach noch nicht groß genug für alle nachfragenden Firmen. Das habe aber auch keine großen Auswirkungen auf Qualcomm gehabt.
Bis Ende des Jahres aber werde man die 28-nm-Chips aus mehreren Fabs bekommen und nicht mehr so abhängig von TSMC sein. Details wurden auch auf Nachfrage nicht verraten. Ob Globalfoundries in Dresden eine Rolle spielt, wurde nicht bestätigt.
Jacobs betonte auch nochmal, dass man fabless bleiben, also keine eigene Chipfabrik betrieben wolle. Das würde zuviel Management-Ressourcen verbrauchen, um z.B. dafür zu sorgen, dass die Fab immer ausgelastet ist. Diese Arbeitszeit stecke man lieber in die Entwicklung neuer Technologien. Trotzdem schloss Jacobs die Beteiligung an einer Fab nicht komplett aus. Eine komplett eigene Qualcomm-Fab aber sei sehr unwahrscheinlich.
Die nächste Technologie in dieser Hinsicht sei der Wechsel auf eine feinere Fertigung, wobei der Sprung nicht besonders groß sein werde, meinte Jacobs. Deshalb erwarte man nicht die gleichen Probleme wie mit der 28-nm-Fertigung.
Außerdem arbeite man an 64-bit-Architekturen. Die auf ARM-Technik basierenden Chips auch in Servern einzusetzen, wie es andere Hersteller planen, sei eine Möglichkeit, die Qualcomm derzeit noch untersucht. Konkrete Pläne verriet Jacobs aber nicht.
Qualcomm schaut sich natürlich auch alle neue Akku-Technologien an, um längere Betriebszeiten von Smartphones zu erzielen, aber hier sei in der nächsten Zeit nicht viel Neues zu erwarten, meinte Jacobs. Er rechnet eher mit der Einführung von Wireless Power, so dass man z.B. sein Handy allein schon dadurch auflädt, indem man es auf den Tisch legt (in der Nähe einer Ladegeräts). So wird man das Gerät nicht auf die Schnelle komplett aufladen, aber immer wieder ein wenig. Außerdem müssten die Displays Energie-effizienter werden, da diese die momentan größten Stromfresser seien.
Zum Schluss versicherte Paul Jacobs, dass Qualcomm keine Pläne habe, eigene Smartphones oder Tablets auf den Markt zu bringen. Das haben sie schon einmal (erfolglos) versucht und werden diesen Fehler nicht nochmals begehen. Das sei nicht ihre Kernkompetenz und überlasse man lieber seinen Partnern.

Qualcomm-Chef Paul Jacobs

Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.