Qualcomm vs. Exynos 5 Octa

Hersteller kritisiert Mehrkern-Irreführung

Samsung hat mit dem Exynos 5 Octa einen neuen Prozessor für mobile Endgeräte vorgestellt. Seine Premiere wird die CPU vermutlich im kommenden Galaxy S IV feiern. Samsung stellt dabei bereits jetzt die insgesamt acht Kerne des Prozessors heraus: Der Hersteller verbaut vier Kerne auf Basis der Architektur Cortex A15 und vier Hilfs-Kerne auf Basis der Architektur Cortex A7. Letztere sollen in Szenarien aktiv werden, in denen wenig Leistung benötigt wird und so Strom sparen. Samsungs Konkurrent Qualcomm kritisiert Samsungs Herangehensweise nun öffentlich.

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Qualcomms Geschäftsführer Paul Jacobs bemängelt dabei speziell an Samsung, aber auch anderen Mitbewerbern, dass es aktuell nur darum gehe, mit der Anzahl der Kerne zu protzen. Dafür sei der Exynos 5 Octa das ideale Negativbeispiel. Denn was Samsung als Vorteil verkaufe, sei im Grunde nur eine Notlösung: Der Stromverbrauch der leistungsfähigen A15-Kerne sei relativ hoch, so dass man nicht umhin gekommen sei zusätzlich die A7-Kerne zu verbauen. Gegenüber der Konkurrenz habe Samsung auf diese Weise aber weder einen Leistungsvorteil noch Vorsprünge bei der Energieeffizienz. Vielmehr vermarkte Samsung die eigene Notlösung für ein Problem mit dem Strombedarf der Exynos-Reihe nun kreativ als Wettbewerbsvorteil. Laut dem Qualcomm-Primus sei dies eher irreführend.

Der Qualcomm-Geschäftsführer Paul Jacobs kritisiert in diesem Bezug aber nicht nur Samsung, sondern die gesamte Sparte für Smartphones und Tablets: Man müsse davon abkommen mit der Anzahl der Kerne zu prahlen und sich auf die tatsächliche Leistung und die Energieeffizienz fokussieren. In beiden Bereichen stehe Qualcomm laut Jacobs weiterhin an der Spitze.

Jacobs sprach weiterhin weise Worte auf die Frage, ob Qualcomm aufgrund des enormen Erfolgs nicht abwäge selbst Smartphones und Tablets zu vertreiben: Der Qualcomm-CEO wiegelte diese Idee ab und erklärte es sei ein fataler Fehler mit den eigenen Partnern in Konkurrenz zu treten – dies könnte auch ein möglicher Seitenhieb auf das Microsoft Surface sein.

Quelle: UnwiredView

André Westphal

Redakteur

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