Rechtsanwalt kommentiert Vodafone-Hack

Unternehmen muss für eventuelle Schäden haften

Der Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei Wilde Beuge Solmecke hat den Datenklau beim Mobilfunkanbieter Vodafone kommentiert. Solmecke ist spezialisiert auf IT-Themen und schätzt die rechtlichen Folgen des Vorfalls ein. So relativiert er Vodafones Behauptung die Hacker könnten mit den gestohlenen Bankdaten kaum Schaden anrichten: „Sie können sich etwa eine fremde Identität aneignen, die dann bei verschiedenen Betrügereien zum Einsatz kommt. Und es ist denkbar, dass die Hacker den betroffenen Kunden gezielt Phishing-Mails zusenden, um auf diese Weise doch noch zu den fehlenden Bankdaten und Passwörtern zu gelangen.“

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Solmecke rät deswegen zu konkreten Vorsichtsmaßnahmen, die auch soziale Netzwerke einbeziehen sollten: „Alle Betroffenen sollten sofort ihre Passwörter ändern – auch, was ihre E-Mail-Konten und die sozialen Netzwerke anbelangt. Profile etwa auf Facebook sollten auf nicht-öffentlich umgeschaltet werden. Ansonsten finden die Kriminellen hier leicht noch zusätzliche persönliche Informationen, die ihnen bislang noch fehlen.“

Bezüglich der Haftung durch Vodafone sieht Solmecke das Unternehmen in der Pflicht: „Ja, eine Firma haftet in der Regel für alle Schäden, die durch einen Datendiebstahl entstehen. Man kann argumentieren, dass Vodafone hier eine Pflichtverletzung begangen hat, da die Sicherheitsvorkehrungen nicht gut genug waren. Sollte Vodafone die Haftung auf bestimmte Fälle beschränkt haben, so ist diese Beschränkung zumindest für vorsätzliches und grob fahrlässiges Verhalten unwirksam.“

Allgemein rät der Rechtsanwalt Vodafone-Kunden in der nächsten Zeit sehr genau auf die Kontoauszüge zu achten und sich vor Phishing-E-Mails in Acht zu nehmen.

Quelle: E-Mail

André Westphal

Redakteur

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