DRM für Internet-Inhalte?

Nutzern wird die Kontrolle entzogen

Die W3C-HTML-Arbeitsgruppe will in den Standard HTML 5.1 auch DRM-Maßnahmen für Webinhalte integrieren. Konkret will man die Encrypted Media Extension (EME) einfügen. Dieser Schritt ist jetzt schon sehr umstritten, da er Anwendern einen Teil der Kontrolle über ihre Internet-Erfahrung entzieht. EME soll im ersten Schritt vor allem Videos betreffen. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) zeigt sich enttäuscht von der Herangehensweise der W3C, die bisher eher als Wächter des offenen Webs gegolten hat.

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Kritik wird auch aus der Entwickler-Community laut: DRM sei sehr umständlich einzubinden und von Natur aus das Gegenteil von benutzerfreundlich. Zumal bisher noch jede DRM-Maßnahme meist rasch ausgehebelt wurde. Die W3C bezeichnet EME dennoch als einen „annehmbaren Kompromiss“ zwischen den Forderungen großer Rechteinhaber und der Realität des WWW. EME wird dabei vor allem vom US-Streaming-Anbieter Netflix forciert.

Schwierig ist aus Nutzersicht auch, dass nun auch andere DRM-Befürworter wieder ihre Stimmen erheben und fordern, dass auch Bilder und Texte vor der Weiterverwendung geschützt werden. So möchten beispielsweise Verlage gern dem „Copy & Paste“ ein Ende bereiten, während Fotografen ihre Internet-Bilder durch DRM vor der lokalen Weiterbearbeitung an PCs sichern möchten. Die EFF warnt, dass EME den Weg für ein Internet ebnen könnte, das sich sehr von dem unterscheidet, das wir heute kennen.

Quelle: EFF

André Westphal

Redakteur

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