US-Studenten verklagen Google

Google Apps for Education greifen Daten ab

In den USA läuft eine neue Sammelklage gegen Google: Dieses Mal sind die „Googles Apps for Education“ Stein des Anstoßes. Wer die Apps links liegen lässt, kann an vielen amerikanischen Universitäten gar kein Studium aufnehmen. Das passt jedoch einigen Kommilitonen nicht, da Google die erhaltenen Daten der Studierenden natürlich systematisch sammelt, auswertet und archiviert. Zu den Apps for Education zählen etwa E-Mail-Programme, Kalender, Google Docs, etc.. Google hat bestätigt, dass man die E-Mails aus Apps for Education auswerte und es angeblich keine technische Möglichkeit gebe, dies zu umgehen.

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Eine Sprecherin Googles beharrt, die Auswertungen seien „automatisierte Prozesse, die nicht abgeschaltet werden können“. Wer sich bei den Diensten registriere, erhalte diese Informationen aber auch direkt in den Nutzungsbedingungen – ohne Zustimmung geschehe also ohnehin nichts. Eine Gegenargumentation verfolgt das Electronic Privacy Information Center (EPIC): Googles Vorgehen verstoße gegen die Richtlinien amerikanischer Bildungseinrichtungen. Zudem sei fraglich, ob die massive Datenauswertung des Unternehmens mit dem Family Educational Rights and Privacy Act (FERPA) zu vereinbaren sei.

Einige Politiker in den USA merken nun an, dass das eigentliche Problem sei, dass die Bildungseinrichtungen in den Vereinigten Staaten die Google Apps überhaupt erst so tief in ihren Alltag integriert hätten. Schülern und Studenten bliebe deshalb keine Wahl als die Apps zu nutzen und ihre Daten preis zu geben.

Die aktuelle Sammelklage fordert eine Entschädigung in Millionenhöhe für die betroffenen Schüler und Studenten. Google solle zudem deutlicher über seine Datenschutzregelungen und Nutzungsbedingungen aufklären. Der Prozess besteht aktuell allerdings noch aus neun einzelnen Klagen, die zu einer Sammelklage zusammenwachsen sollen. Im Rahmen des Verfahrens erhofft man sich auch genauere Einblicke in die Art und Weise, wie die durch die Apps gesammelten Daten von Google zu Werbezwecken verwendet werden.

Quelle: Heise

André Westphal

Redakteur

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