SSD-Hersteller täuschen Tester?

Verändern Komponenten nachträglich noch

Die Hersteller Kingston und PNY stehen aktuell in einigen Communities in der Kritik: Es ist herausgekommen, dass die Firmen in ihren Solid State Drives (SSDs) bei Testmustern zum Teil andere Komponenten verbauen als in den finalen Produkten, welche man als Privatkunde auf dem Markt erwerben kann. Beispielsweise wiesen manche Muster noch Controller der Marke Silicon Motion auf, die Endprodukte nutzten dann aber langsamere SandForce-Varianten. Bei den SSDs der Serie PNY Optima zeichnete sich leider exakt das gleiche Bild ab.

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Dadurch erreichten betroffene SSDs in ersten Reviews deutlich bessere Testergebnisse als die tatsächlich erhältlichen Modelle. Auf Nachfrage erklärte PNY, dass dies keine Absicht sei: Man nutze auch für die regulären SSDs am Markt Silicon-Motion-Controller. Allerdings komme es manchmal zu Lieferengpässen und dann greife man zu den SandForce-Controllern, um die Lücken zu schließen.

Noch eklatanter war der Fall bei Kinstons Einstiegs-SSDs der Reihe V300 – jene nutzten bei Testmustern synchronen NAND und bei den erhältlichen Endprodukten asynchronen NAND. Das reduzierte die Leistung um beinahe die Hälfte. Kingston weicht diesem Thema eher aus und erklärt, man habe das technische Interesse seiner Kunden an Benchmarks quasi unterschätzt. In der Praxis seien die V300 dennoch sehr leistungsfähig und deutlich schneller als traditionelle Festplatten.

Allgemein ist es natürlich normal, dass frühe Testmuster sich oft noch in Details von den Endprodukten für den Massenmarkt leicht unterscheiden. Auch sollte man PNY und Kingston nicht pauschal böse Absichten unterstellen. Gravierend sind die Varianzen zwischen ersten Tests und den SSDs am Markt leider dennoch.

Quelle: Electronista

André Westphal

Redakteur

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