Werbekunden sind zornig auf Microsoft

Schließung der Xbox Entertainment Studios sorgt für Ärger

Microsoft hat seine Xbox Entertainment Studios geschlossen. Diese Entscheidung fiel im Zuge der aktuellen Restrukturierungsmaßnahmen. So entlassen die Redmonder 18.000 Mitarbeiter. Jetzt zeigen sich vor allem viele Werbekunden Microsofts erbost: Denn die Leiterin der Xbox Entertainment Studios, Nancy Tellem, hatte noch vor wenigen Monaten um die Gunst eben jener Werbekunden mit seinen ehemals geplanten, eigenen TV-Serien und exklusiven Inhalten gebuhlt. Jetzt fühlt man sich in der Industrie offenbar einigermaßen verschaukelt von Microsoft.

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Verwunderlich ist dies nicht: Microsoft pries ausgiebig das Potential der eigenen Videoinhalte an, die das Potential haben sollten via Xbox Live ein großes Publikum zu erreichen. Zwar wird Microsoft natürlich weiterhin diverse Filme und Serien zum Streamen und herunterladen anbieten, doch nur wenige eigene Inhalte werden noch zuende produziert. Zudem sind die meisten Inhalte unter Xbox Live an Verkaufspreise gebunden und eben nicht werbefinanziert. Das stößt die zuvor durch Microsoft quasi heiß gemachten Werbekunden jetzt natürlich vor den Kopf. So erklärt der enttäuschte Steve Carbone, Führungskraft bei MediaCom: „Es fühlt sich an, als hätte uns Microsoft nun den Boden unter den Füßen weggezogen. Wir stecken in einer schwierigen Lage, da wir auf das Xbox-Angebot gesetzt hatten. Nun fragen wir uns, ob Microsoft da überhaupt noch langfristige Pläne hegt.“

Ähnlich reagier Vik Kathuria, Global Chief Media Officer bei der Firma Razorfish. Er hält Microsofts Entscheidung für kurzsichtig und glaubt der Konzern werde es dadurch in Zukunft schwer haben das Vertrauen potentieller Werbekunden zurück zu gewinnen.

Quelle: TheWallStreetJournal

André Westphal

Redakteur

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