FBI fordert Verzicht auf Verschlüsselungen

Verkehrte Welt: Apple und Google sollen die Datensicherheit reduzieren

Während in Deutschland staatliche Behörden und Datenschützer um mehr Datensicherheit und Schutz der Privatsphäre bemüht sind, fordert das amerikanische FBI ironischerweise von Apple und Google genau das Gegenteil: Man legt den Konzernen nahe Geräte für Privatkunden nicht automatisch mit aktivierten Verschlüsselungstechniken auszuliefern. Zumindest der Leiter des FBI, James Comey, spricht sich gegen Datensicherheit und Verschlüsselung aus. Als Begründung nennt er, dass es dadurch für Gesetzeshüter schwerer sei von Verdächtigen Beweismittel zu erhalten.

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Comey beschwört einseitige Horror-Visionen herauf, in denen Kriminelle Technik als Mittel für „Verbrechen und Terrorismus“ nutzen. Das Gesetz sei benachteiligt, denn das FBI etwa habe oft die juristische Handhabe private Kommunikationen abzuhören – doch die technischen Mittel würden fehlen. Im Namen des Datenschutzes und der Privatsphäre nehmen Konzerne wie Apple und Google laut Comey völlig unbeabsichtigt also auch Kriminelle in Schutz.

Natürlich wurde an diesen sehr kontroversen Äußerungen rasch Kritik laut: Die American Civil Liberties Union (ACLU) weist eher auf die Gefahren durch Cyber-Kriminelle hin, welche durch Verschlüsselungen ausgebremst werden. Comeys Forderung, Verschlüsselung auf mobilen Endgeräten zurückzufahren, sei also viel eher im Sinn potentieller Krimineller. Laura Murphy, Leiterin des Büros in Washington der ACLU, erklärt süffisant: „IT-Unternehmen, die sich weigern die Datensicherheit für Bürger bewusst zu senken, sind zu loben. Am Ende gibt man der Regierung sonst nur mehr Werkzeuge in die Hand, um deren bereits jetzt umfangreiches Arsenal an Überwachungsmöglichkeiten noch zu bereichern.“

Quelle: Electronista

André Westphal

Redakteur

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