China will Microsoft Windows loswerden

Entwicklung einer eigenen Linux-Version

Der Informatik-Professor Ni Guangnan aus China arbeitet daran China zu „De-Windowsifizieren“. Konkret möchte Guangnan, der auch Mitglied der Chinese Academy of Engineering ist, innerhalb von ein bis zwei Jahren Microsoft als Standard-Betriebssystem mit einer eigenen Linux-Version ablösen. Zu diesem Zweck hat der Wissenschaftler bereits die Non-Profit-Organisation „China Information Terminal Operating System Alliance“ gegründet. Ziel sei es, China von ausländischen Software-Firmen unabhängiger zu machen und auf diese Weise auch die Datensicherheit zu garantieren.

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15 chinesische Entwicklerstudios haben sich der Organisation bereits angeschlossen. Mit vereinten Kräften sei man dann in der Lage Microsoft Paroli zu bieten, so Guangnan. Sogar die Firma Standard Software, Chinas wohl erfolgreichster OS-Entwickler, beteiligt sich an dem Projekt. In China nutzt selbst der Anbieter Dell die Software des Unternehmens.

In China herrscht aktuell viel Skepsis gegenüber amerikanischen Software-Unternehmen, die beispielsweise durch die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden sehr geschürt wurde. Trotzdem dominiert Windows auch in China noch den Software-Markt. Vor allem liege dies auf mangelnder Verfügbarkeit von essentiellen Programmen für Linux. Auch an diesem Punkt wolle die China Information Terminal Operating System Alliance ansetzen. Beispielsweise soll ein eigener App Store für das Betriebssystem mit breitem Angebot ins Leben gerufen werden.

In China wurde allerdings auch harsche Kritik an Guangnans Projekt laut. Yuang Meng, Professor an der Universität von Peking, hat Guangnan als „Tagträumer“ bezeichnet. Zudem sei Microsoft Windows nicht in erster Linie ein amerikanisches Betriebssystem, sondern schlichtweg ein gutes Produkt. Experten für Datensicherheit mahnen zudem, dass das neue Betriebssystem aus China nicht zwangsläufig sicherer sein müsse als Windows. Es gelte also abzuwarten.

Quelle: Ecns

André Westphal

Redakteur

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