Crowdfunding mit Versicherungen für Backer

Geld zurück, wenn das Projekt versagt

Crowdfunding ist ein Thema mit viel Licht und viel Schatten: Einerseits werden durch diese Art der Schwarmfinanzierung viele Projekte überhaupt erst möglich, an die sich große Firmen nicht herantrauen. Kunden haben die Möglichkeit, teilweise zu verhältnismäßig günstigen Preisen, interessante Produkte von engagierten Entwicklern zu erhalten – seien es Games („Wasteland 2“) oder auch Hardware (Ouya). Andererseits tauchten in der Vergangenheit auch schon Probleme auf, wenn Ersteller eines Projektes die vollmundigen Versprechungen nicht einhalten konnten.

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Ein Beispiel ist ausgerechnet jenes, das den Crowdfunding-Boom erst auslöste: Double Fines Adventrue „Broken Age“ sollte ursprünglich Ende 2012 erscheinen, ist bis heute aber – mittlerweile aufgespalten in zwei Teile – immer noch nicht komplett verfügbar. Das Projekt „Anonabox“, eine Box zur Anonymisierung des Internetverkehrs, erwies sich als unter falschen Voraussetzungen eingestellt. Andere Projekte scheiterten an den Ansprüchen und Fähigkeiten der Entwickler bzw. Designer, die sich teilweise selbst über- bzw. Zeit- und Geldaufwand unterschätzten. In derlei Fällen erfahren die Backer schmerzlich, dass sie beim Crowdfunding eben kein Produkt „kaufen“, sondern auf gut Glück ein Projekt unterstützen, das nunmal auch scheitern kann.

Aus diesem Grund bietet die Plattform IndieGoGo nun als Experiment bei der Aktion zu dem Wearable „Olive“ eine optionale Versicherung an. Wer 15 US-Dollar an IndieGoGo zahlt, erhält sein Geld zurück, sollte er das Gadget nicht spätestens 3 Monate nach dem anvisierten Launch in Händen halten. Sollten viele Kunden zu dieser Absicherung greifen, ist zu erwarten, dass IndieGoGo diese Versicherung für Backer ausweiten dürfte. Auch Kickstarter und weitere Crowdfunding-Plattformen könnten dann nachziehen. Dieses Plus an Sicherheit hat aber auch seinen Preis, so dass potentielle Backer dies bedenken sollten.

Quelle: TechCrunch

André Westphal

Redakteur

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