Apple News-App & Music harsch kritisiert

Kontroversen im Vereinigten Königreich

Apple steht aktuell stark in der Kritik: Der neue Streaming-Dienst Apple Music sowie die geplante News-App des Unternehmens sorgen im Vereinigten Königreich aber auch in Deutschland für Kontroversen. Bei unseren Nachbarn wird bemängelt, dass Apple beispielsweise Bloggern, Journalisten und Verlegern E-Mails sende, die eine stille Voraussetzung zur Aufnahme in die Apple News-App voraussetze. Wer nicht teilnehmen wolle, müsse erst aktiv widersprechen. Zudem legt Apple den Content-Erstellern die gesamte rechtliche Verantwortung auf.

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Konrekt verlangt Apple: „Sollten juristische Probleme durch Ihren RSS-Content entstehen, werden wir Sie informieren, damit Sie sich der Sache annehmen können. Dazu gehört auch Apple zu entschädigen, sollte Apple in den Streit hineingezogen werden.“ Wer diesen Bedingungen nicht zustimmt, kann nicht in die App aufgenommen werden – allerdings ist wie bereits erwähnt der aktive Widerspruch notwendig, um sich dem zu verweigern. Das kritisieren nun Blogger, die bemängeln, dass eventuell einige Journalisten in diesen juristischen Sog gezogen werden, ohne es zu bemerken. Weitere Problematik: Apple sichert sich das Recht eigene Werbung neben die Inhalte der Blogger, Journalisten und Verleger zu schalten. Die Einnahmen werden aber nicht mit den eigentlichen Content-Erstellern geteilt.

Der britische Programmierer und Blogger Mike Ash bezeichnet Apples Vorgehen als „anmaßend“ und führt aus: „Apple, ihr schickt mir eine E-Mail, in der ihr mir mitteilt, dass ihr meine Inhalte selbst weiter verteilen werdet und nehmt einfach so an, dass ich all euren Bedingungen zustimme, wenn ich mich nicht aktiv weigere? […] Ich bin also aus eurer Sicht an eure Bedingungen gebunden, die ihr mir in einer E-Mail auferlegt, solange ich darauf nicht antworte? Das ist total verrückt! Ihr wisst nicht einmal, ob ich die E-Mail überhaupt erhalten habe!“. Juristen stimmen zu und erklären, dass hier keine rechtliche Verpflichtung entstehe. Es sei nicht möglich, einfach stillschweigend ein Vertragsverhältnis zu initiieren, nur weil jemand sich zu einer Mitteilung nicht äußere.

Auch Apple Music steht übrigens in der Kritik: Weiterhin gibt es Vorwürfe, Apple wolle aktiv Spotify ausbooten und setze zudem kleineren Plattenfirmen die Pistole auf die Brust. Labels wie XL Recording, das unter anderem Adele („Skyfall“) vertritt, sollen Apple Music zunächst kostenlos für drei Monate nutzen – in dieser Probezeit aber auch keine Einnahmebeteiligung erhalten. Die Labels unterstellen, dass Apple die Kunden von Downloads zu Streams führen wolle, was an sich in Ordnung sei, aber nicht an die Einnahmen der Plattenfirmen und Künstler denke. Man wolle quasi alle finanziellen Risiken auf die Labels abwälzen.

Apple selbst schweigt aktuell zu sowohl der Kritik an Apple Music als auch der News-App.

Quelle: BBC

André Westphal

Redakteur

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