PC-Markt sinkt um fast 8 %

Windows 10 kann keine Impulse geben - Optimismus für 2016

Nach Analysen der Marktforscher von Gartner wurden im dritten Quartal dieses Jahres weltweit 73,7 Millionen Computer verkauft, das sind 7,7 % weniger als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres. Desktop-PCs waren vom Rückgang am stärksten betroffen, aber auch Notebooks und High-End Mobilgeräte gaben etwas nach. Trotzdem gibt es Anlass für Optimismus.

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Auch Windows 10 hat dem PC-Markt im abgelaufenen Quartal keine neuen Impulse gegeben, wie es zuvor noch bei neuen Betriebssystemversionen von Microsoft war, als die Anwender passend zur Einführung auf neue Systeme umgestiegen sind. In diesem Jahr haben die User eher ihre bisherigen Computer einfach auf Windows 10 aktualisiert. Microsoft hatte mit seinem Preismodell (jetzt umsonst, später zahlen) seinen Anteil daran.
Es ist aber nicht alles nur schlecht, denn in den USA ist z.B. der Markt für Notebooks und High-End Mobilgeräte wieder gewachsen. Ein Grund für den weltweiten Rückgang war auch der gestiegene Kurs des US-Dollar. Preise stiegen deshalb teilweise um rund 10 %, was insbesondere in Europa, im mittleren Osten, Afrika, Japan und Lateinamerika zu einer deutlich geringeren Nachfrage geführt hat. In diesen Regionen gingen die Verkäufe um zweistellige Prozentzahlen zurück, während Asien und Nordamerika stabiler waren.
Beispiel: In Europa, dem mittleren Osten und Afrika wurden im dritten Quartal knapp 20 Millionen Computer abgesetzt. Das sind 17,4 % weniger als im gleichen Zeitraum 2014. Händler haben hier auch lieber ihre Lagerware abverkauft als neue Produkte zu bestellen. In anderen Regionen sah es deutlich besser aus. In Asien und im pazifischen Raum z.B. wurden in den letzten drei Monaten 26,3 Millionen Computer ausgeliefert, was einem Rückgang von lediglich 1,7 % entspricht.

Die folgenden Tabelle gibt einen ÜBerblick über die Entwicklung der größten PC-Hersteller.

PC-Hersteller weltweit, drittes Quartal 2015
Hersteller 2015 Q3
Einheiten
2015 Q3
Marktanteile
2014 Q3
Einheiten
2014 Q3
Marktanteile
2014 Q3 – 2015 Q3
Entwicklung
Lenovo 15,0 Mio. 20,3 % 15,6 Mio. 19,6 % -4,0 %
HP 13,7 Mio. 18,5 % 14,2 Mio. 17,8 % -4,0 %
Dell 10,2 Mio. 13,8 % 10,1 Mio. 12,7 % +0,5 %
Apple 5,6 Mio. 7,6 % 5,5 Mio. 6,0 % +1,5 %
Acer 5,5 Mio. 7,4 % 6,8 Mio. 8,5 % -19,9 %
ASUS 5,2 Mio. 7,1 % 5,8 Mio. 7,3 % -10,1 %
Andere 18,6 Mio. 25,3 % 21,7 Mio. 27,2 % -14,3 %
Stand: 12.10.2015

Marktführer Lenovo konnte seine Marktanteile trotz niedrigerer Verkaufszahlen steigern, weil andere noch mehr nachgeben mussten, insbesondere Hersteller wie Acer und ASUS. Lenovo musste insbesondere in Europa, dem mittleren Osten, Afrika und Japan größere Einbußen hinnehmen – laut Gartner im zweistelligen Prozentbereich – konnte in den USA aber um satte 22 % zulegen. Nach Angaben der Marktforscher lag dies vor allem an der Einführung neuer Hybrid-PCs in Nordamerika.
Hewlett Packard ist weiterhin die Nummer 2 und hatte ebenfalls schlechte Ergebnisse in Europa, dem mittleren Osten und Afrika, konnte aber in Asien und den USA Zuwächse verzeichnen. In Nordamerika ist HP außerdem immer noch die Nummer 1 bei den Marktanteilen mit 27,8 %.
Dell ist weiterhin die Nummer 3 mit großem Abstand vor Apple und konnte in den meisten Regionen stabile bis bessere Verkaufszahlen hinlegen. Einzige Ausnahme: Japan. Hier verlor Dell im zweistelligen Prozentbereich. In Asien insgesamt und in den USA konnte Dell aber überdurchschnittlich zulegen, was dazu geführt hat, dass als einziger der Top-3-Hersteller im dritten Quartal 2015 mehr verkauft als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres.

Für das kommende Quartal erwarten die Marktforscher eine sanfte Entspannung des PC-Markts. Rund die Hälfte der von Gartner befragten Kunden gab an, dass sie innerhalb der nächsten 12 Monate einen neuen PC kaufen wollen. Für Tablets sieht es dagegen deutlich schlechter aus. Nur 21 % der Befragten wollen sich in nächster Zeit ein neues zulegen.

Quelle: Gartner

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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