Smartwatch von Samsung könnten demnächst Demenz-Anzeichen erkennen

Smartwatches sind weit mehr als nur ein Fitnessbegleiter. Was einst nur Schritte zählte und den Puls überwachte, hat sich mit den Jahren zunehmend zu einem medizinischen Frühwarnsystem entwickelt. Geht es nach dem südkoreanischen Technologiekonzern Samsung, so könnten Wearables schon bald dabei helfen, erste Anzeichen von Demenz zu erkennen. Und das, noch bevor Betroffene erste Anzeichen bemerken.

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Von der Alltagstechnologie zur Gesundheitsinstanz

Heutzutage sind mobile Endgeräte nicht mehr aus dem täglichen Leben wegzubekommen. Mit dem Smartphone erledigt man heutzutage seine Bankgeschäfte, liest Nachrichten oder nutzt digitale Freizeitangebote. Beispielsweise kann man das Smartphone verwenden, um Book of Dead zu spielen. Wer ein Konto bei einem Online Casino hat, der kann dann immer und überall sein Glück auf die Probe stellen. Aber nicht nur das Interesse an Gaming über leistungsstarke mobile Endgeräte ist größer geworden. Denn parallel zu dieser Entwicklung hat sich auch die Leistungsfähigkeit sogenannter Wearables rasant verbessert. Die Smartwatch hat sich vom passiven Begleiter zu einem aktiven Beobachter körperlicher und kognitiver Prozesse entwickelt.

Diese Entwicklung wird nun gezielt von Samsung aufgegriffen. Unter dem Schlagwort „Brain Health“ wird ein neues Projekt vorgestellt. Dabei verfolgt Samsung das Ziel, dass mithilfe alltäglicher Nutzungsdaten Hinweise auf eine nachlassende geistige Leistungsfähigkeit erkannt werden. Das heißt, noch bevor Betroffene Symptome haben, kann die Smartwatch bereits Alarm schlagen.

Demenz erkennen, bevor sie sichtbar wird

Dieser Ansatz basiert auf der Auswertung subtiler Verhaltensmuster. Hier werden unter anderem Sprache, Schlafrhythmen und Bewegungsabläufe analysiert. Auch Veränderungen im Gangbild oder in der Sprachmelodie könnten entsprechend frühe Warnsignale liefern. Smartwatches und Smartphones würden diese Daten kontinuierlich erfassen und auswerten, damit mögliche kognitive Auffälligkeiten identifiziert werden.

Geht das System von einem erhöhten Risiko aus, so sollen die Geräte nicht nur warnen, sondern auch aktiv unterstützen. Hier sind unter anderem personalisierte Trainingsprogramme für das Gehirn vorgesehen, die sich an den individuellen Bedürfnissen der Nutzer orientieren. In kritischen Situationen könnten des Weiteren auch Angehörige oder Pflegepersonen automatisch informiert werden.

Datenschutz ohne Cloud-Anbindung

Ein zentrales Element des Konzepts ist der Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten. Samsung verfolgt nach eigenen Angaben einen Ansatz, der vollständig auf Cloud-Lösungen verzichtet. Stattdessen sollen sämtliche Informationen lokal auf den Geräten gespeichert und in weiterer Folge verarbeitet werden. So will man verhindern, dass hochsensible Daten über externe Netzwerke übertragen oder Ziel von Cyberangriffen werden.

Dem Bericht zufolge ist die technische Entwicklung der „Brain Health“-Funktionen bereits abgeschlossen. Derzeit befindet sich das System in der klinischen Erprobung, die gemeinsam mit medizinischen Einrichtungen durchgeführt werde. Eine mit dem Projekt vertraute Quelle wird von Chosun Biz mit den Worten zitiert: „Brain Health befindet sich in der Endphase der Entwicklung. Der genaue Zeitpunkt der Veröffentlichung und die entsprechenden Anwendungen werden derzeit noch geprüft, aber wir planen, diesen Bereich im Zuge der Weiterentwicklung unserer Gesundheitsfunktionen an vorderster Front zu positionieren.“

Forschung mit langer Vorgeschichte

Tatsächlich ist Samsungs Vorstoß aber kein spontanes Projekt. Schon im Sommer präsentierte das Unternehmen erste Forschungsergebnisse, die sich mit der Auswertung von Schlaf-, Sprach- und Bewegungsdaten beschäftigt haben. Ergänzend dazu wurden auch Tippmuster auf Smartphones als potenzielle Indikatoren für kognitive Veränderungen untersucht. Kleine Verzögerungen beim Tippen oder vermehrte Korrekturen könnten demnach Hinweise auf nachlassende geistige Verarbeitungsgeschwindigkeit liefern.

Auch Apple beschäftigt sich seit längerer Zeit mit dem Thema. Bereits im Jahr 2019 untersuchte der Konzern gemeinsam mit dem Pharmariesen Eli Lilly, ob sich über die Apple Watch frühe Anzeichen von Demenz erkennen lassen können. Zwei Jahre später folgte eine Kooperation mit der University of California und dem Biotechnologieunternehmen Biogen, die sich auf die Früherkennung per iPhone konzentrierte. Biogen zog sich im Jahr 2023 aus dem Projekt zurück. Bislang konnte Apple keine marktreifen Produkte vorstellen.

Zwischen medizinischem Fortschritt und gesellschaftlicher Debatte

Sollte Samsung seine Pläne umsetzen können, würde das eine völlig neue Phase in der Nutzung von Wearables einläuten. Die Grenze zwischen Konsumtechnologie und medizinischem Instrument verschwimmt zunehmend. Gleichzeitig wirft die Entwicklung aber auch einige ethische Fragen auf: Wie gehen Nutzer mit einer möglichen Frühdiagnose um? Welche Verantwortung tragen Hersteller, wenn Algorithmen gesundheitliche Risiken melden?

Am Ende steht fest: Wearables sind längst mehr als technische Spielereien. Sie begleiten den Alltag, strukturieren Freizeit, unterstützen Organisation und rücken nun auch in den Bereich der Präventivmedizin vor. Wenn Smartwatches künftig nicht nur Herzfrequenzen messen, sondern auch Hinweise auf neurologische Erkrankungen liefern, könnte dies die Gesundheitsvorsorge grundlegend verändern.

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