AMD knackt 40 Prozent Umsatzanteil im Server-CPU-Markt

EPYC setzt Intel weiter unter Druck, aber auch Ryzen-CPUs gewinnen Marktanteile

Laut aktuellen Zahlen der Marktforscher von Mercury Research hat AMD rund 40 Prozent Umsatzanteil im Markt für Server-CPUs erreicht – ein Meilenstein im hart umkämpften Rechenzentrumssegment. Besonders stark performten die EPYC-Prozessoren im vierten Quartal 2025.

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Im Schlussquartal 2025 konnten AMDs EPYC-Prozessoren 41,3 Prozent des Umsatzes im Server- und Data-Center-Markt auf sich vereinen – also genau in jenem Segment, in dem Hyperscaler Milliarden investieren. Nach Erkenntnissen der Marktforscher konnte AMD gegenüber dem dritten Quartal um 1,8 Prozentpunkte zulegen, im Jahresvergleich waren es sogar 4,9 Prozentpunkte. Der Marktanteil bei den verkauften Einheiten stieg von 25,7 Prozent 2024 auf nun 28,8 Prozent.

Die Diskrepanz zwischen Stückzahlen (28,8 Prozent) und Umsatz (41,3 Prozent) deutet klar auf einen höheren durchschnittlichen Verkaufspreis hin. AMD verkauft also vergleichsweise weniger Einheiten, erzielt aber pro CPU signifikant höhere Erlöse – ein Indikator für Premium-Positionierung im Datacenter-Bereich.

Intel hält zwar weiterhin 71,2 Prozent Marktanteil bei abgesetzten Server-CPUs, erzielt damit jedoch nur 58,7 Prozent Umsatzanteil. Intels Xeon-Prozessoren werden also zu niedrigeren Preisen verkauft, und Intel muss deutlich mehr Einheiten ausliefern, um vergleichbare Umsätze zu erzielen. Für den Markt ist das ein klares Signal: AMD gewinnt nicht nur Marktanteile, sondern auch Preissetzungsmacht.

Auch im Desktop-Segment zeigt sich eine ähnliche Dynamik: Hier kommt AMD auf 42,6 Prozent Umsatzanteil bei 36,4 Prozent Absatzanteil. Das ist ein Umsatzwachstum von 1,6 Prozentpunkten gegenüber dem dritten Quartal und sogar 14,6 Prozentpunkte im Jahresvergleich. Damit werden AMDs Ryzen-CPUs ebenfalls zu höheren Durchschnittspreisen verkauft. Mit etwas mehr als einem Drittel der Stückzahlen generiert AMD fast die Hälfte des Umsatzes im Desktop-CPU-Markt. Insbesondere im Gaming-Segment scheint Ryzen weiter an Beliebtheit zu gewinnen – was sich direkt im Umsatzwachstum widerspiegelt.

Im Notebook-Markt zeigt sich ein anderes Bild. Hier dominiert Intel weiterhin deutlich und kommt auf 75,1 Prozent Umsatzanteil sowie 74 Prozent Absatzanteil. Die nahezu identischen Werte zeigen, dass sich Intels Mobile-SoCs preislich proportional zur hohen Stückzahl bewegen. AMD holt zwar auf, bleibt hier aber noch klar hinter Intel zurück.

Über alle Segmente hinweg kommt Intel auf 70,8 Prozent Marktanteil der Stückzahlen – bei 64,6 Prozent Umsatzanteil. AMD erreicht 29,2 Prozent Absatzanteil bei 35,4 Prozent Umsatzanteil. Auch hier wird deutlich: AMD erzielt überproportional hohe Umsätze gemessen am Absatz. Während Intel mehr Einheiten verkauft, realisiert AMD eine stärkere Monetarisierung pro Chip.

Der Sprung über die 40-Prozent-Marke im Server-Umsatz ist mehr als nur eine statistische Fußnote. Das Rechenzentrumsgeschäft gilt als margenstärkstes Segment im CPU-Markt – und genau hier baut AMD seinen Einfluss kontinuierlich aus. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte sich das Machtgefüge im Datacenter langfristig weiter verschieben. Intel bleibt zwar mengenmäßig führend, doch AMD gewinnt dort, wo es am meisten zählt: beim Umsatz und bei den Margen.

Quelle: Ryan Shrout @ X

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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