Nach Irritationen rund um eine Roadmap-Notiz hat Microsoft klargestellt: Windows 11 stellt die Unterstützung für ältere V3- und V4-Druckertreiber nicht ein. Die missverständlich formulierte Passage wurde inzwischen entfernt. Drucker, die heute unter Windows 11 funktionieren, sollen auch weiterhin ohne Eingreifen der Nutzer arbeiten.
Kern der Änderung ist nicht die technische Unterstützung im Betriebssystem, sondern die Verteilung über Windows Update. Seit dem 15. Januar 2026 sind neue Einreichungen von V3- und V4-Treibern für Windows Update standardmäßig blockiert. Für Windows Server 2025 und neuere Versionen gilt ebenfalls, dass Freischaltungen nur noch nach Einzelfallprüfung erfolgen. Das ist eine deutlich strengere Governance als zuvor, betrifft jedoch ausschließlich neue Submissions. Bereits verfügbare Treiber bleiben abrufbar, bestehende Installationen funktionsfähig.
Hardware-Hersteller können ihre Treiber weiterhin über eigene Installer und Support-Kanäle ausliefern. Legacy-Drucker sind also nicht automatisch obsolet. Microsoft betont jedoch, dass die langfristige Richtung unverändert bleibt: Die Windows-Print-Architektur wird modernisiert, klassische Treibermodelle werden schrittweise zurückgedrängt.
Diese Strategie folgt Sicherheitsgründen. Druckertreiber – insbesondere im Kernel-Mode – waren in der Vergangenheit wiederholt Einfallstore für schwerwiegende Schwachstellen. Prominentes Beispiel ist die Exploit-Klasse PrintNightmare aus dem Jahr 2021, die gezeigt hat, wie kritisch der Print Spooler als Angriffsfläche sein kann.
Der weitere Fahrplan setzt auf graduelle Verschiebungen statt harter Cut-offs: Ab dem 1. Juli 2026 soll Windows bei paralleler Verfügbarkeit den integrierten IPP-Klassentreiber höher priorisieren als Drittanbieter-Altmodelle. Ab dem 1. Juli 2027 werden über Windows Update bereitgestellte Drittanbieter-Druckertreiber voraussichtlich auf Sicherheitsupdates beschränkt.
Ein Blick in die Zukunft liefert Windows 11 24H2: Mit dem optionalen „Windows Protected Print Mode“ erlaubt Microsoft ausschließlich eigene Klassentreiber und schließt Drittanbieter-Treiber vollständig aus. Noch ist diese Funktion freiwillig – sie zeigt jedoch klar das Zielbild: weniger externe Komponenten, vereinfachtes Servicing und eine reduzierte Angriffsfläche.
Quelle: Windows Central

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