(Auszug aus der Pressemitteilung)
ANKER INNOVATIONS hat heute Thus™ vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine eigene KI-Chip-Plattform, die lokale neuronale Netz-KI in Endgeräte bringt – zunächst im Audio-Bereich. Perspektivisch gesehen plant das Unternehmen eine Erweiterung in mobile Accessories und IoT-Produkte.
Dass der hiesige Markt eine besondere Relevanz für ANKER hat, unterstreicht der Produktionsstandort: Der Thus™ KI-Chip wird im Rahmen von ANKERs globalem Fertigungsnetzwerk in Deutschland produziert. Inspiriert ist der Name Thus™ von „Thus have I heard“ (auf Deutsch: „so habe ich gehört“), einer buddhistischen Formulierung, die für direkte Übermittlung von Knowhow steht. Alles Wissen wird direkt weitergegeben, so wie es erlebt wurde, ohne jegliche Verzerrung – wie beim Thus™ Chip von ANKER.
„Jeder KI-Chip, der bisher gebaut wurde, speichert das Modell auf der einen Seite und führt die Berechnung auf der anderen aus.“, sagt Steven Yang, Gründer und CEO von ANKER INNOVATIONS. „Um zu denken, muss das Gerät diese Parameter bei jeder einzelnen Anfrage viele Male pro Sekunde hin- und herbewegen.
Thus™ bringt die Rechenleistung dorthin, wo das Modell bereits liegt. Das Modell muss sich nie wieder bewegen.“
Eine 80 Jahre junge Architektur trifft auf eine neue Ära
Seit rund 80 Jahren basieren moderne Chips auf einer Architektur, die 1945 vom Mathematiker John von Neumann geprägt wurde. Ihr Grundprinzip: Probleme in einzelne Schritte zerlegen, diese in einen Code übersetzen und nacheinander ausführen. Diese sequenzielle Logik bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich: Zu jedem Zeitpunkt läuft nur ein kleiner Teil des Codes, Speicher und Prozessor arbeiten so physisch getrennt voneinander – Programme liegen im Speicher. Die CPU (Central Processing Unit, auf Deutsch: zentrale Recheneinheit) ruft jeweils eine Instruktion ab, verarbeitet sie und geht zur nächsten über. Über Jahrzehnte hinweg – von Mainframes über Desktops bis hin zu Rechenzentren – hat dieses Modell die Entwicklung moderner Computer maßgeblich getragen.
Mit neuronalen Netzen stößt dieser Ansatz jedoch an seine Grenzen. Ein neuronales Netz zerlegt ein Problem nicht in einzelne Schritte, sondern verarbeitet es End-to-End und greift dabei gleichzeitig auf Millionen oder gleich Milliarden gelernter Parameter zu. Für jede Anfrage bewegen sich diese Parameter zwischen Speicher und Prozessor. Im Rechenzentrum ist das vor allem ein technischer und energetischer Aufwand. In einem Kopfhörer etwa, der mit einer Batterie kleiner als ein Fingernagel auskommen muss, wird genau dieser Datentransport zum zentralen Problem: Mehr als 90 Prozent der Chip-Energie verbraucht sich durch die Bewegung von Daten. Für die eigentliche Rechenleistung bleibt kaum noch Spielraum.
Die Thus™ KI-Chip-Plattform von ANKER
Mit Thus™ verfolgt ANKER deshalb einen anderen Ansatz – inspiriert von der Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Dort sind Speicherung und Verarbeitung von Informationen nicht voneinander getrennt, sie finden am selben Ort statt.
Genau dieses Prinzip überträgt Thus™ auf Silizium. Es wird technisch: Anstatt Modellparameter ständig zwischen physisch getrenntem Speicher und Prozessor zu verschieben, integriert Thus™ die Rechenleistung direkt in NOR-Flash-Speicherzellen (Floating-Gate-Transistoren). Die Parameter des Modells müssen so nicht mehr bewegt werden. Die bislang für diesen Datentransfer benötigte Energie konzentriert sich nun auf die eigentliche Berechnung. Gleichzeitig benötigt NOR-Flash-basiertes Compute-in-Memory nur etwa ein Sechstel der physischen Fläche von SRAM-basierten Alternativen (Static Random Access Memory), eignet sich daher besonders gut für kompakte Produkte für die EndverbraucherInnen.
Thus™: Weltweit erster CIM-KI-Audio-Chip mit neuronalen Netzen
Den ersten Thus™ KI-Chip bringt ANKER ganz bewusst in einem besonders anspruchsvollen Produktumfeld auf den Markt: in Kopfhörern. Kaum ein anderes Gerät stellt höhere Anforderungen an einen KI-Chip. Sie arbeiten mit wenigen Milliwatt an Leistung, bieten nur minimalen Platz für Silizium und müssen dennoch Funktionen wie Noise Cancellation dauerhaft ausführen und dabei genug Akkuleistung bieten. Daher waren die beiden Kopfhörer-Buds bislang auf kleine neuronale Netze mit wenigen hunderttausend Parametern begrenzt. Das ist zu wenig, um komplexe Geräuschkulissen im Alltag zuverlässig zu verarbeiten. Der Thus™ Chip hebt diese Grenze nun deutlich an: Er unterstützt mehrere Millionen Parameter über verschiedene Workloads hinweg und liefert bei der Umgebungsgeräuschunterdrückung bis zu 150-mal* mehr AI-Computing-Power als die bisherigen Highend-Kopfhörer von soundcore.
Eine der ersten offiziell enthüllten Funktionen des Chips ist „Clear Calls“ – entwickelt für ein Problem, das wir alle bei Kopfhörern kennen: die Sprachqualität auf der Gegenseite eines Telefonats. Herkömmliche Environmental Noise Cancellation (ENC) setzt auf klassische Signalverarbeitung oder kleinere neuronale Netze. In lauten und komplexen Umgebungen wie Bars, Flughäfen oder stark befahrenen Straßen stoßen sie schnell an ihre Grenzen. „Clear Calls“ ersetzt diese regelbasierten Ansätze durch ein großes neuronales Netz, das vollständig auf dem Gerät läuft. Unterstützt von acht MEMS-Mikrofonen und zwei Knochenschallsensoren, die die Stimme des Sprechers anhand ihrer physischen Vibration isolieren. Das Ergebnis sind deutlich klarere Gespräche – auch in anspruchsvollen Umgebungen.
Diese und weitere KI-gestützte Funktionen mit den passenden Produkten stellt das Unternehmen auf seinem ANKER Day-Event am 21. Mai 2026 in New York City (USA) vor. Denn Thus™ ist nicht als Einzelprodukt gedacht, sondern als Plattform für viele Jahre. Ziel ist es, die lokale KI schrittweise über die gesamte Produktpalette von ANKER INNOVATIONS hinweg zu bringen – von Audio-Produkten über mobile Gadgets bis hin zu IoT-Geräten.
*Alle Leistungsangaben basieren auf internen Labortests von ANKER. Der Wert von 150-facher KI-Rechenleistung bezieht sich speziell auf die Aufgabe der Umgebungsgeräuschunterdrückung und spiegelt den architektonischen Wechsel von regelbasierter zu neuronaler KI-Verarbeitung wider. Es handelt sich nicht um eine allgemeine Leistungsangabe und spiegelt keine Verbesserung des Prozessknotens wider. Die hier erwähnte Arbeitslast zur Umgebungsgeräuschunterdrückung läuft als neuronales Netzwerkmodell auf dem ersten Thus™-Chip.


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