Steigende Preise gehören im PC-Markt inzwischen fast schon zum Alltag. Nachdem sich Prozessoren, Grafikkarten sowie DRAM- und NAND-Flash-Speicher in den vergangenen Monaten deutlich verteuert haben, könnten nun auch Mainboards die nächste große Preisrunde erleben. Laut Berichten aus chinesischen Branchenkreisen bereiten mehrere Hersteller eine erneute Anpassung ihrer Preise vor.
Demnach sollen insbesondere ASUS, MSI und Gigabyte bereits im dritten Quartal 2026 ihre Mainboard-Preise erhöhen. Eine offizielle Bestätigung der Unternehmen gibt es bislang allerdings nicht. Die Informationen stammen aus Lieferketten- und Industriequellen und sollten daher mit entsprechender Vorsicht betrachtet werden.
Die erwarteten Preissteigerungen sollen je nach Produktklasse sehr unterschiedlich ausfallen. Während günstigere Mainboards Berichten zufolge um etwa 10 bis 20 Prozent teurer werden könnten, ist bei bestimmten High-End-Modellen sogar von 40 bis 50 Prozent die Rede. Dagegen nehmen sich die gerade erst berichteten 10 Prozent Aufschlag für Radeon-Grafikkarten sparsam aus.
Vor allem Premium-Platinen mit aufwendiger Ausstattung dürften betroffen sein. Dazu zählen unter anderem Modelle mit komplexen mehrlagigen Leiterplatten (PCBs), umfangreicher PCIe-5.0-Signalführung, USB4-Controllern, Wi-Fi 7, leistungsstarken Spannungswandlern (VRMs) und mehreren M.2-Kühlern. Gerade diese Komponenten treiben die Produktionskosten erheblich nach oben.
Als Ursachen werden gleich mehrere Faktoren genannt. Neben höheren Kosten für Leiterplatten und Kupfer verteuern sich weiterhin Speicherbausteine, Controller-Chips sowie die eigentliche Fertigung. Diese Entwicklung zieht sich inzwischen durch nahezu die gesamte PC-Hardware-Branche und betrifft immer mehr Produktkategorien. Eine pauschale Preiserhöhung um 50 Prozent ist derzeit jedoch nicht bestätigt. Tatsächlich dürften die Anpassungen stark von Region, Lagerbeständen, bestehenden Verträgen mit Distributoren sowie vom jeweiligen Mainboard-Modell abhängen.
Sollten sich die Berichte bewahrheiten, könnte dies den Markt spürbar beeinflussen. Mainboards gelten für viele Käufer als notwendige Ergänzung zu CPU und Arbeitsspeicher – hohe Preisaufschläge lassen sich daher deutlich schwerer rechtfertigen als etwa bei einer neuen Grafikkarte. Besonders Upgrades auf aktuelle Plattformen wie AMDs AM5 oder Intels LGA1851 könnten dadurch für viele Anwender weniger attraktiv werden. Stattdessen könnten Nutzer ihre bestehenden Systeme länger verwenden, auf günstigere Chipsätze ausweichen oder einen größeren Teil ihres Budgets in Arbeitsspeicher oder Grafikkarten investieren.
Vor allem im Enthusiasten-Bereich wird die Luft dünner. Mainboards mit AMD X870E- oder Intel Z890-Chipsatz gehören bereits heute zu den teuersten Komponenten eines neuen Systems. Weitere deutliche Preissteigerungen könnten die Zahlungsbereitschaft vieler Käufer überstrapazieren und die Nachfrage spürbar bremsen. Noch handelt es sich zwar um unbestätigte Informationen aus der Lieferkette. Angesichts der anhaltend steigenden Produktionskosten und der bereits erfolgten Preissteigerungen bei zahlreichen anderen PC-Komponenten erscheint eine weitere Verteuerung von Mainboards jedoch durchaus plausibel.
Quelle: lowyat.net

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