Mit dem jüngsten Update für Windows 11 hat Microsoft nicht nur den Datei-Explorer deutlich beschleunigt, sondern auch einen Fehler behoben, der auf betroffenen Systemen zu einem massiven Speicherplatzverlust führen konnte. Ursache war eine interne Datenbankdatei des Betriebssystems, deren Protokolldatei unkontrolliert anwuchs und in Einzelfällen zwischen 70 und 80 GByte Speicherplatz belegte.
Auslöser des Problems war der Capability Access Manager, ein zentraler Windows-Dienst zur Verwaltung von App-Berechtigungen für datenschutzrelevante Hardware wie Webcam, Mikrofon oder Standortdienste. Für die Speicherung der Berechtigungen nutzt Windows eine SQLite-Datenbank sowie eine sogenannte „Write-Ahead Log“ (WAL) Datei. Diese Protokolldatei speichert Datenbanktransaktionen zunächst temporär, bevor sie regelmäßig in die eigentliche Datenbank übernommen und anschließend verkleinert wird.
Genau dieser Mechanismus funktionierte bei den betroffenen Systemen jedoch nicht mehr korrekt: Die Datei CapabilityAccessManager.db-wal wurde nicht mehr bereinigt und wuchs kontinuierlich an. Dadurch gingen teilweise mehrere Dutzend Gigabyte freier Speicherplatz verloren – in einigen Fällen war die Systempartition nahezu vollständig ausgelastet.
Der Fehler fiel zunächst durch ungewöhnlich geringen freien Speicherplatz auf, obwohl keine größeren Programme installiert oder Dateien gespeichert worden waren. In den Microsoft-Communityforen berichteten zahlreiche Nutzer über das Problem. Tools wie WinDirStat halfen schließlich dabei, die ungewöhnlich große WAL-Datei als Ursache zu identifizieren.
Neben dem eigentlichen Speicherverbrauch führte der Bug auch zu fehlerhaften Anzeigen in den Windows-Einstellungen. Kategorien wie „Installierte Apps“ oder „System & reserviert“ zeigten teilweise falsche Werte an, da die überdimensionierte Datenbankdatei von der Speicherverwaltung nicht korrekt berücksichtigt wurde.
Nachdem sich die Berichte häuften, bestätigte Microsoft den Fehler und hat ihn nun mit dem Update KB5095093 behoben. Laut dem Unternehmen verhindert das Update, dass die WAL-Datei künftig weiter unkontrolliert anwächst. Eine detaillierte technische Erklärung, weshalb die SQLite-Protokolldatei nicht mehr ordnungsgemäß komprimiert wurde, hat Microsoft bislang allerdings nicht veröffentlicht. Dazu schreibt der Konzern nur: „Dieses Update verbessert die Speicherplatznutzung für die Datei CapabilityAccessManager.db-wal.“
Wer unter Windows 11 einen unerklärlich hohen Speicherverbrauch oder fehlerhafte Angaben zur Datenträgerbelegung feststellt, sollte KB5095093 möglichst zeitnah über Windows Update installieren. Auf aktualisierten Systemen sollte die CapabilityAccessManager.db-wal künftig wieder ihre normale Größe behalten. Dadurch werden sowohl unnötiger Speicherverbrauch als auch fehlerhafte Speicherplatzanzeigen in den Windows-Einstellungen vermieden.
Quelle: Microsoft

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