Der weltweite PC-Markt hat im zweiten Quartal 2026 einen Dämpfer erhalten. Nach aktuellen Zahlen des Marktforschungsunternehmens Omdia gingen die Auslieferungen von Desktop-PCs, Notebooks und Workstations gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,6 Prozent auf 65,7 Millionen Geräte zurück. Damit endet das Wachstum aus dem ersten Quartal, als die Branche noch ein Plus von 3,2 Prozent verzeichnen konnte. Verantwortlich für den Rückgang sind vor allem steigende Preise für DRAM- und NAND-Speicher sowie anhaltende Lieferengpässe bei wichtigen Komponenten.
Besonders betroffen war das Notebook-Segment. Die Auslieferungen sanken um 4,2 Prozent auf 51,7 Millionen Geräte, während Desktop-PCs mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 13,9 Millionen Einheiten vergleichsweise stabil blieben. Nach Einschätzung von Omdia geraten insbesondere günstige Notebooks zunehmend unter Druck, da Hersteller die stark gestiegenen Speicherkosten kaum noch kompensieren können.
An der Spitze des PC-Marktes bleibt Lenovo, das seine führende Position trotz des schwierigen Marktumfelds verteidigen konnte. HP belegte erneut den zweiten Platz, musste jedoch einen deutlichen Rückgang der Auslieferungen hinnehmen. Dell zeigte sich vergleichsweise robust und konnte seinen Marktanteil stabilisieren.
Für eine Überraschung sorgte dagegen Apple. Der iPhone- und Mac-Hersteller erzielte das stärkste Wachstum aller großen PC-Anbieter, so die Marktforscher. Die Mac-Auslieferungen legten im Jahresvergleich um 15,9 Prozent auf 7,3 Millionen Geräte zu. Als wichtigste Gründe nennen die Analysten die hohe Nachfrage nach dem neuen MacBook Neo sowie eine insgesamt stabile Nachfrage im Premium-Segment. Dadurch konnte Apple seinen Marktanteil gegenüber dem Vorjahresquartal spürbar ausbauen. ASUS hielt sich ebenfalls vergleichsweise stabil und bewegte sich nahezu auf Vorjahresniveau.
Die aktuelle Entwicklung bestätigt die Prognosen vom Jahresbeginn. Damals warnten die Marktforscher davor, dass die starke Nachfrage nach DRAM- und NAND-Speicher für KI-Rechenzentren den PC-Markt erheblich belasten würde. Die Folge sind deutlich höhere Produktionskosten, die mittlerweile an die Endkunden weitergegeben werden müssen.
Vor allem im Einstiegssegment geraten Hersteller dadurch unter Druck. Preiswerte Notebooks und Desktop-PCs lassen sich nur noch mit sinkenden Margen verkaufen oder müssen teurer werden. Genau dieser Effekt macht sich inzwischen auch in den weltweiten Auslieferungszahlen bemerkbar.
Eine schnelle Erholung erwartet Omdia derzeit nicht. Solange Speicherchips knapp bleiben und KI-Rechenzentren einen Großteil der verfügbaren Produktionskapazitäten beanspruchen, dürfte der Druck auf den PC-Markt anhalten. Besonders Verbraucher, die auf günstige Notebooks oder Desktop-PCs angewiesen sind, müssen sich voraussichtlich auch in den kommenden Quartalen auf höhere Preise und eine eingeschränkte Produktauswahl einstellen.
Für Premium-Hersteller wie Apple fällt die Situation dagegen deutlich günstiger aus. Im hochpreisigen Segment lassen sich steigende Komponentenpreise leichter auffangen, während günstige PCs zunehmend unter wirtschaftlichen Druck geraten.
Quelle: Pressemitteilung

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