Intel setzt bei Nova Lake wohl wieder verstärkt auf eigene Fertigung

Wafer-Ausbeute bei Intels 18A-Chipproduktion soll deutliche Fortschritte machen

Intel scheint bei seiner kommenden Desktop- und Notebook-Prozessorgeneration Nova Lake eine überraschende Kurskorrektur vorzunehmen. Informationen einer Investmentbank deuten darauf hin, dass der Chipkonzern inzwischen den Großteil der Compute-Tiles wieder in den eigenen Fertigungsstätten produzieren will. Möglich geworden sein soll dies durch deutlich verbesserte Ausbeuten (Yields) des hauseigenen Intel-18A-Fertigungsprozesses. Sollten sich die Informationen bestätigen, wäre dies ein wichtiger Meilenstein für Intels Foundry-Strategie und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Halbleiterfertigung.

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Frühere Gerüchte gingen davon aus, dass Intel für Nova Lake erneut in großem Umfang auf TSMC als Auftragsfertiger setzen würde. Nun wird jedoch berichtet, dass Intel den überwiegenden Teil der Compute-Tiles auf den eigenen 18A-Prozess umstellen möchte. Grundlage sind Schätzungen und Informationen der zur in Cleveland beheimateten Großbank KeyCorp gehörenden „KeyBanc Capital Markets“, die derzeit in der Halbleiterbranche diskutiert werden. Demnach sollen die Verbesserungen der Fertigungsausbeute inzwischen so groß sein, dass Intel den Anteil der Eigenproduktion deutlich erhöhen kann. Das dürfte sowohl die Produktionskosten senken als auch die Auslastung der eigenen Foundry-Kapazitäten verbessern.

Intel investiert seit Jahren Milliardenbeträge in die Modernisierung seiner Fertigungstechnologien. Der 18A-Prozess gilt dabei als Schlüsseltechnologie für die kommenden CPU-Generationen und setzt unter anderem auf RibbonFET-Gate-All-Around-Transistoren sowie die PowerVia-Backside-Stromversorgung. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Intel selbst von kontinuierlich steigenden Ausbeuten des 18A-Prozesses gesprochen. Die nun veröffentlichten Informationen würden darauf hindeuten, dass diese Verbesserungen inzwischen groß genug sind, um einen erheblich größeren Teil der Nova-Lake-Produktion im eigenen Haus abzuwickeln.

Bericht der KeyBanc Capital Markets zu Intel 18A

Eine stärkere Eigenfertigung hätte für Intel mehrere Vorteile. Zum einen sinkt die Abhängigkeit von externen Auftragsfertigern wie TSMC. Gleichzeitig verbessert jeder intern produzierte Chip die Auslastung der eigenen Fabriken und erhöht potenziell die Gewinnmargen. Darüber hinaus könnte Intel seine Produktionsplanung flexibler gestalten und wäre weniger von den Kapazitäten externer Foundries abhängig. Gerade im High-End-Segment, in dem sich Intel künftig wieder stärker gegen AMD behaupten möchte, könnte dies ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sein.

Allerdings bedeutet das nicht zwangsläufig, dass TSMC vollständig aus der Nova-Lake-Produktion verschwindet. Vielmehr dürfte Intel weiterhin auf einen Multi-Foundry-Ansatz setzen, bei dem einzelne Chiplets oder I/O-Komponenten von verschiedenen Fertigungspartnern stammen. Lediglich die wichtigsten Compute-Tiles sollen nun überwiegend aus Intels eigener 18A-Produktion kommen.

Bislang hat Intel die aktuellen Berichte nicht offiziell bestätigt. Sämtliche Informationen basieren derzeit auf Angaben einer Investmentbank. Entsprechend sollten die Details mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden. Sollte sich die neue Fertigungsstrategie jedoch bewahrheiten, wäre dies ein deutliches Signal dafür, dass Intel seine Fertigungsprobleme zunehmend in den Griff bekommt. Nach mehreren schwierigen Jahren könnte der 18A-Prozess damit nicht nur die Basis für kommende Panther-Lake- und Nova-Lake-Prozessoren bilden, sondern auch das Vertrauen in Intels Foundry-Geschäft nachhaltig stärken.

Quelle: Alex_Intel @ X

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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