Eine überraschende Entwicklung zeichnet sich im Halbleitermarkt ab: Laut der chinesischen Investmentbank GF Securities plant Apple, künftig erstmals in größerem Umfang auf moderne Fertigungsprozesse von Intel Foundry zu setzen. Demnach sollen sowohl Intels kommende 18A- als auch die noch fortschrittlichere 14A-Technologie für zukünftige Apple-SoCs eingesetzt werden.
Sollten sich die Informationen über die wohl bereits im Dezember 2025 zwischen Intel und Apple geschlossene Vereinbarung bestätigen, wäre dies ein bedeutender strategischer Schritt für beide Unternehmen – insbesondere für Intel, das im Foundry-Geschäft bislang gegen die Dominanz von TSMC ankämpft.
Den Angaben zufolge will Apple Intels 18A-P-Prozess für die Produktion der kommenden M7-SoCs verwenden. Diese Chips sollen künftig in Geräten wie dem MacBook Air sowie den Einstiegsmodellen des MacBook Pro zum Einsatz kommen. Der 18A-P-Node gilt als optimierte Variante von Intels 18A-Fertigung und richtet sich speziell an High-Performance-Designs mit Fokus auf Energieeffizienz. Gegenüber dem regulären 18A-Prozess verspricht Intel rund 9 Prozent mehr Leistung bei gleicher Leistungsaufnahme oder bis zu 18 Prozent geringeren Energieverbrauch bei gleicher Performance.
Gerade für ultramobile Geräte wie Apples MacBooks wäre diese Balance aus hoher Effizienz und guten Taktraten ideal. Besonders interessant: Apple würde damit offenbar den Wechsel weg von TSMCs aktuellem 3-nm-Prozess vollziehen, der derzeit noch bei den M5-SoCs genutzt wird. Die ersten Produkte auf Basis des Intel-18A-P-Nodes könnten laut Bericht ab Ende 2027 produziert werden.
Noch spannender ist allerdings Apples angeblicher Plan für die nächste iPhone-Generation. Für die zukünftigen A21-SoCs soll Intel bereits den noch moderneren 14A-Prozess liefern. Der 14A-Node wird als nächste große Evolutionsstufe nach 18A gehandelt und soll erhebliche Fortschritte bei Transistordichte, Energieeffizienz, Taktraten und Leistungsaufnahme bringen. Intel positioniert 14A klar als High-End-Fertigung für die zweite Hälfte des Jahrzehnts.
Apple verfolgt damit offenbar das Ziel, frühzeitig Zugang zu einem besonders fortschrittlichen Fertigungsprozess zu erhalten – insbesondere für mobile Geräte, bei denen Effizienz und thermische Limits eine zentrale Rolle spielen. Die entsprechenden A21-Chips sollen voraussichtlich ab Ende 2028 gefertigt werden.

Ein Bild aus alten Tagen: Der ehemalige Intel-Chef Paul Otellini bringt dem früheren Apple-Chef Steve Jobs einen CPU-Wafer
Bislang gilt TSMC als exklusiver Fertigungspartner für Apples modernste Chips. Die mögliche Zusammenarbeit mit Intel deutet jedoch darauf hin, dass Apple seine Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller reduzieren möchte. Das wäre aus mehreren Gründen nachvollziehbar: geopolitische Risiken rund um Taiwan, steigende Nachfrage nach KI- und HPC-Chips, begrenzte Fertigungskapazitäten sowie stärkere Preis- und Verhandlungsmacht durch mehrere Partner.
Offen bleibt allerdings, wie Apple die Produktion konkret aufteilen könnte. Denkbar wäre beispielsweise, dass Intel zunächst nur die Standardvarianten der A21-Serie produziert, während TSMC weiterhin die leistungsstärkeren Pro-Modelle fertigt.
Für Intel wäre Apple einer der wichtigsten Foundry-Kunden überhaupt. Der Konzern investiert derzeit massiv in neue Fertigungstechnologien und moderne Packaging-Lösungen, um technologisch wieder zu TSMC aufzuschließen, und arbeitet derzeit auch an der Erweiterung der Kapazitäten der eigenen Chipfertigung.
Vor allem bei Advanced Packaging sieht sich Intel inzwischen konkurrenzfähig. Technologien wie Foveros und EMIB ermöglichen hochkomplexe Chiplet-Designs, die gerade für AI- und Mobile-SoCs zunehmend relevant werden. Sollte Apple tatsächlich auf Intel setzen, wäre das zugleich ein starkes Signal an andere potenzielle Kunden, dass Intel Foundry technologisch wieder auf Augenhöhe mit TSMC operieren kann.
Bisher haben weder Apple noch Intel die Berichte offiziell bestätigt. Zudem befinden sich sowohl 18A-P als auch 14A noch in unterschiedlichen Entwicklungs- beziehungsweise Ramp-up-Phasen. Insbesondere beim 14A-Node dürfte Apple vermutlich erst mit finalisierten PDKs (Process Design Kits) in die eigentliche Testproduktion einsteigen. Die Zeitpläne gelten daher weiterhin als spekulativ.
Quelle: jukan05 @ X
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