Die Nintendo Wii U sorgt bisher am Markt für Ernüchterung: So hat beispielsweise der Publisher Electronic Arts angekündigt vorerst keine Titel mehr für die Wii U zu veröffentlichen. Eine Anaylsten und Medienvertreter sprechen von einem „Dreamcast-Moment“. Die Dreamcast war damals die letzte Spielekonsole des Herstellers SEGA. Da die Dreamcast am Markt unterging, hat SEGA danach die Entwicklung eigener Konsolen eingestellt und fungiert heute nur noch als Publisher. Könnte Nintendo ein ähnliches Schicksal blühen?
Laut der Branchenseite GamesIndustry könne man derzeit im Vereinigten Königreicht mit weniger als 1000 verkauften Einheiten die Charts der meistverkauften Wii-U-Spiele stürmen. Das sei „keine Tragödie mehr, sondern nur noch eine Farce“. Dabei sollen die Software-Verkaufszahlen auch diejenigen der Hardware ankurbeln.
Bob Summerwill, ein Senior-Ingenieur bei Electronic Arts für „Fifa 13“, verhöhnt die Nintendo Wii U sogar regelrecht im sozialen Netzwerk Twitter: „Die Nintendo Wii U ist Mist. Sie ist weniger leistungsfähig als eine Xbox 360 und bietet einen schwachen Online-Dienst / -Store. Dazu gibt es ein merkwürdiges Tablet. Nintendo läuft derzeit in eine Sackgasse.“
Quelle: GamesIndustry

Im Rückblick trägt der Dreamcast-Vergleich nur halb. Beide scheiterten am wegbrechenden Third-Party-Support, aber Nintendo hatte anders als Sega noch ein zweites Standbein im Handheld-Markt — und genau das hat die Wii U lange genug getragen, bis die Switch beide Linien zusammenführte. Die eigentliche Lehre steckt am Ende weniger in den Verkaufszahlen als im Namen: Kaum jemand ausserhalb der Fachpresse verstand damals, dass die Wii U eine neue Konsole war und kein Zubehör zur Wii.