Intel ruft P3 1,13 GHz zurück

Erste Fehler sind vor vier Wochen bekannt geworden

Fakt ist: Intel hat bis auf weiteres die Produktion von Pentium III Prozessoren mit 1133 MHz gestoppt und ruft alle bereits ausgelieferten Exemplare zurück. Ein Intel-Sprecher wollte nicht sagen, wieviele dieser CPUs schon verkauft wurden, aber man schätzt, dass es nur 10.000 bis 20.000 sind. Dell hat anscheinend noch keine PCs mit diesem Prozessor ausgeliefert, sondern nur Bestellungen angenommen. Nur IBM hat bisher signifikante Mengen solcher Systeme absetzen können.

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Offenbar verursacht ein interner Fehler im Microcode des Prozessors einen Absturz bei manchen Applikationen, nachweislich bei der Kompilierung des Linux-Kernels und beim Programm Prime95. Dieser Fehler soll aber nur bei bestimmten Temperaturen innerhalb der von Intel empfohlenen Betriebstemperatur auftreten. Es sollen auch nicht alle Exemplare des P3-1133 davon betroffen sein.
Intel wird nun den Fehler versuchen zu finden und zu beheben und den Pentium III 1,13 GHz dann mit einem neuen Stepping wieder auf den Markt bringen. Das könnte allerdings ein paar Monate dauern.

Wie man bei HardOCP, Tom’s Hardware Guide und AnandTech nachlesen kann, sind diese Probleme bereits bei den ersten Tests aufgetreten. Intel hat diesen mehr oder weniger Bedeutung beigemessen. Kyle von HardOCP bekam sogar Besuch von einem Intel-Ingenieur, der sich aber mit Kommentaren deutlich zurückhielt.
Nach einigem Hin und Her hat Intel nun aber doch den Fehler eingestanden, was durchaus lobenswert ist. Schließlich hatte Anand z.B. mit seinem Testexemplar keine Schwierigkeiten.
Geht Intel nun schweren Zeiten entgegen? Wohl kaum. Sicherlich wird ihre Marke einigen Schaden erleiden, zumal Haupt-Konkurrent AMD gestern erneut bewiesen hat, dass sie funktionierende Prozessoren mit solch hohen Taktfrequenzen liefern können. Aber der Nachfolger des Pentium III, der Pentium 4, steht ja bei Intel schon in den Startlöchern. Wenn dieser einen guten (fehlerfreien 😉 Einstand hat im vierten Quartal diesen Jahres, dürfte diese Rückrufaktion so schnell wieder vergessen sein wie die i820-Panne von Intel am Anfang diesen Jahres.

Quelle: ZDNet News

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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