MSI, QDI, Transcend Sockel-A Mainboards - Seite 4

Anzeige

MSI K7T Pro 2-A

MSI K7T Pro 2-A BoxMicro-Star International, kurz: MSI, hat sein erstes Sockel-A Motherboard, das K7T Pro, stetig weiterentwickelt. Nach dem Hinzufügen von Übertaktungs- möglichkeiten durch Einstellen des CPU Multiplikators (K7T Pro 2) ist bei der aktuellen Ausgabe, unserem Testmodell, noch die neue 686B Southbridge von VIA Technologies hinzugekommen, die den neuesten IDE-Standard UltraDMA/100 unterstützt, wie es auch auf der Verpackung des K7T Pro 2-A in großen Buchstaben zu lesen ist.
Ein Blick ins Innere der Schachtel befördert neben dem Board selbst noch folgendes ans Licht:

  • Handbuch
  • MSI-Gehäuseaufkleber
  • Smart D-LED Aufkleber und -Flyer
  • Treiber- und Software-CD
  • Kabel: Ultra-ATA, IDE, FDD
  • AGP Retention Modul

Erfreulich, dass MSI also auch noch an das IDE-Kabel für eventuell anzuschliessende CD-ROM oder DVD-ROM Laufwerke bzw. Brenner beigelegt hat. Dies hat uns beim QDI KinetiZ 7T gefehlt.
Bei dem AGP Retention Modul handelt es sich um eine Sicherung, die verhindert, dass die Grafikkarte versehentlich aus dem AGP-Slot rutschen kann. Aus unserer bisheriger Erfahrung relativ unnötig, aber wer seinen PC desöfteren bewegt (zu LAN-Parties oder dergleichen), für den ist das AGP Retention Modul von MSI vielleicht ganz nützlich.

Smart D-LED und Voice
Aufkleber und Flyer sind oben schon kurz erwähnt worden, aber was steckt hinter „Smart D-LED“ von MSI? D-LED bedeutet: Diagnostic LED, d.h. dahinter steckt nichts anderes als eine eingebaute Diagnose-Funktion des Motherboards. Neuerdings erfolgt die Ausgabe aber nicht mehr lediglich in Form von vier kleinen LEDs auf dem Motherboard, die einem den aktuellen Status des Boards signalisieren, sondern sogar als Sprachausgabe. Prinzipiell eine recht gute Idee, denn wer hat schon immer den Blick auf das Mainboard, um abzulesen, was beim Systemstart schiefgegangen ist, wenn der PC mal nicht booten sollte. Nun hört man also gespannt der Stimme des Motherboards zu, die einem im Klartext sagen kann, was schiefgelaufen ist.
Bei der Sprache hat man die Auswahl zwischen Chinesisch und Englisch. Dies wird per Jumper auf dem Board selbst ausgewählt. Abschalten läßt sich die Stimme leider gar nicht, was für mich ein großer Kritikpunkt ist, denn mir ging sie mit der Zeit ziemlich auf die Nerven. Sie meldet sich nämlich nicht nur, wenn ein Fehler beim PC-Start aufgetreten ist, sondern meldet regelmäßig „System available“, wenn das Betriebssystem hochfährt. Ziemlich unnötig, meiner Ansicht nach.
Außerdem meldete das Board bzw. die Stimme bei Verwendung unseres ungelockten Duron 600 jedes Mal nach dem Einschalten „Please check local vendor“ („Wenden Sie sich an ihren örtlichen Händler“). Diese Meldung ist erstens nicht besonders aussagekräftig und hilft einem nicht bei der Lokalisierung des Fehlers und ist zweitens in unserem Fall sogar völlig überflüssig. Kurze Zeit nach der Meldung fuhr das System nämlich immer problemlos hoch, ohne dass ein Eingriff nötig gewesen wäre. Auch MSI selbst konnte uns nicht sagen, was hier der Fehler ist.
Prinzipiell ist „Smart D-LED“ zwar eine gute Idee, aber im Detail gibt es wohl noch einiges zu verbessern. Und dass die Mainboard-Stimme nicht abschaltbar ist, störte mich am meisten.

Dokumentation
Das englische Handbuch ist recht ausführlich. Auch die Installation von Chipsatz- und Audio-Treibern wird erklärt – sogar getrennt nach Win9x und Win NT.


MSI K7T Pro 2-A Board
MSI K7T Pro 2-A Board

Beilagen
Auf der beiliegenden CD finden sich neben den Treibern für Chipsatz und Sound eine ganze Reihe von MSI-Tools, die allerdings nicht alle auch für das K7T Pro 2-A geeignet sind. Von den zehn beigelegten Programmen lassen sich mit diesem Board folgende sieben nutzen:

  • DMI Browser – ein System-Info-Tool,
  • Doctor 2YK – ein Testprogramm, u.a. für das Jahr 2000,
  • EZLogo – Tool zum Ändern des BIOS-Logos,
  • LiveBIOS – mit dem man das BIOS übers Internet updaten kann,
  • MoSpeed – ein Modem Speeder,
  • PC Alert – ein System-Monitor zur Überwachung der Temparaturen, Lüftergeschwindigkeiten und Spannung,
  • Soft Cooler II – ein Programm, welches ähnlich wie „Rain“ oder „CPU Idle“ die CPU bei Nicht-Benutzung in einen Spar-Modus schaltet.

Nicht richtig verwendbar sind die beiden Overclocking-Tools „Fuzzy Logic“ und „BUS Racing“, welche wohl für andere Chipsätze entwickelt wurden. Das Grafikkarten-Programm „3D Turbo“ zeigte sich zwar auch für die von uns für diesen Test verwendete Asus GeForce geeignet, aber das hat mit diesem Motherboard-Test ja nichts zu tun… 😉

Overclocking
Im BIOS-Setup des K7T Pro 2-A lassen sich zum Übertakten die CPU-Spannung, die Geschwindigkeit des Front Side Bus und die „CPU Clock Ratio“ – der Multiplikator – einstellen.
Der FSB kann fast stufenlos in 1-MHz-Schritten von 100 bis 132 MHz konfiguriert werden. Damit sollten Overclocker mit gelocktem Prozessor eine Weile beschäftigt sein, bis sie den für ihr System optimalen FSB gefunden haben… wir allerdings übertakten unseren ungelockten Duron 600 lieber per Multiplikator, der von 6x bis 12,5 (in 0,5x Schritten) eingestellt werden kann. Per BIOS-Update sollten später theoretisch auch noch andere Multiplier-Settings möglich sein, wenn 12,5x mal nicht mehr ausreicht.
Zum gepflegten Overclocking gehört auch die Erhöhung der Versorgungsspannung der CPU. Bei Verwendung unseres Duron 600 standen uns für die VCore die Spannungen 1,3V und 1,425V bis 1,7V (in 0,025V Schritten) zur Verfügung. Angesichts der Default-Spannung von 1,5V leider nicht genug, um unseren Duron 600 wirklich hoch zu übertakten. Allerdings ist im Web auch eine inoffizielle Beta-Version eines BIOS für das K7T Pro2 verfügbar, mit der man angeblich den VCore ohne Restriktionen bis mindestens 1,85V heben kann, aber dieses BIOS kam hier nicht zum Einsatz.
Und so war denn auch trotz der erhöhten Spannung von 1,7V nicht mehr als 750 MHz drin, was aber natürlich auch an unserer Test-CPU liegen kann, die einfach nicht mehr aushält.
Bei der Einstellung 8x (800 MHz) fuhr das System nicht mehr hoch und hier offenbarte sich eine Schwäche des K7T Pro 2-A: In einem solchen Fall gelangt man nicht mehr ins BIOS-Setup und ist gezwungen, den Jumper für „Clear CMOS“ auf dem Board selbst zu setzen, um das BIOS wieder in seinen Auslieferungsstand zu versetzen und damit einen Systemstart wieder zu ermöglichen.
Jetzt aber zu den Testergebnissen des Overclocking:

Benchmark Auflösung Duron 600 MHz Duron 750 MHz Steigerung
Quake3 – Fast 800x600x16 100,9 109,8 8,8%
1024x768x16 84,0 85,2 1,4%
Quake3 – HighQ 800x600x32 92,3 98,1 6,3%
1024x768x32 68,3 68,6 0,4%


Angesichts der Erhöhung der Taktfrequenz um 25% keine sonderlich nennenswerten Resultate, aber wenn man diesen (wenn auch geringen) Performance-Zuwachs umsonst bekommt… warum dann nicht?

Fazit
Das MSI K7T Pro 2-A ist mit etwa 380 DM das teuerste Motherboard in diesem Test, bietet aber auch die meisten Features, insbesondere für den übertaktungs-willigen User. Die etwas nervige Mainboard-Stimme und die mangelnden VCore-Einstellungen für den Duron trüben allerdings den Eindruck etwas. Außerdem sollte MSI noch etwas an den BIOS-Einstellungen der Speicher-Erkennung feilen, denn so bekommt der User trotz vermeintlich optimaler, manueller Settings eben keine optimale Performance.
Wer ein Sockel-A Motherboard mit Multiplikator-Einstellungsmöglichkeit sucht, darf dieses Board aber trotzdem ruhig in Betracht ziehen, wenn ihn die von uns bemängelten Dinge nicht so stören. Insgesamt muss man nämlich festhalten, dass dies das beste Board aller drei Kandidaten ist.

Das führt uns zu dieser abschließenden Bewertung des MSI K7T Pro 2-A:


Wertung MSI K7T Pro 2-A

Da wir nur einige kleine Dinge am MSI K7T Pro 2-A auszusetzen hatten, hat sich das Board als Testsieger dieses Sockel-A Vergleichs unseren Redaktions-Tipp verdient!




UPDATE:
Am Tag nach der Veröffentlichung dieses Tests hat uns MSI kontaktiert und mitgeteilt, dass die ab jetzt ausgelieferten Versionen des K7T Pro 2-A ohne die Mainboard-Stimme und nur noch mit den vier Smart D-LEDs ausgestattet sind. In Deutschland will man zunächst auf die Voice verzichten, bis dieses Feature besser ausgereift ist.
Das wäre ein weiterer Grund, zum K7T Pro 2-A zu greifen, da einer der bemängelten Punkte wegfällt. Wenn nur jeder Hersteller so schnell auf Kritik reagieren würde! 🙂

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.