MSI, QDI, Transcend Sockel-A Mainboards - Seite 3

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QDI KinetiZ 7T

QDI KinetiZ 7T Box
Das KinetiZ 7T von QDI/Legend gehört praktisch noch zur ersten Generation der Sockel-A Motherboards mit dem Via KT133 Chipsatz. Es ist schon eine Weile auf dem Markt erhältlich und daher auch noch mit der etwas älteren Southbridge 686A von Via ausgestattet, die als IDE-Standard maximal UltraDMA/66 unterstützt.
Als eines der ersten Sockel-A Boards bietet es die Möglichkeit, den FSB-Multiplikator des Prozessors per Jumper einzustellen, aber dazu später mehr. Zunächst ein Blick ins Innere der durch ihre fast quadratische Form etwas ungewohnten Schachtel. Zum Lieferumfang gehören – neben dem Board selbst natürlich:

  • Handbuch
  • Monitor- und Chassis-Aufkleber
  • 10 Jumper (in kleiner Plastiktüte)
  • Treiber- und Software-CD
  • Kabel: Ultra-ATA, FDD (für Diskettenlaufwerk)
  • Gehäuseblech für Mainboard-Anschlüsse USB, Maus, Printer etc.
  • Slot-Blech mit seriellem Anschluß

Etwas ungewöhnlich sind die beiden letzten Teile, aber nicht mehr, wenn man sich das Board einmal genauer und von hinten betrachtet:


QDI KinetiZ 7T Anschlüsse
QDI KinetiZ 7T Anschlüsse

Da fehlt doch was? Korrekt. Ein serieller Anschluß (COM-Port) wurde hier weggelassen. Wer das KinetiZ 7T in ein normales ATX-Gehäuse einbaut, wird also ein Loch für den zweiten COM-Port übriglassen, durch den Staub ins Gehäuse eindringen kann. Deshalb legt QDI extra ein Gehäuseblech bei, mit dem dieser Teil des Gehäuses ausgetauscht werden kann.
Wer trotz allen USB-Hypes noch einen zweiten seriellen Anschluss braucht, für den ist dann das Slot-Blech mit dem integriertem COM-Port da, welches einen PCI- oder ISA-Slot unbrauchbar macht.
Alles in allem sehr umständlich und eigentlich nicht einsichtig, warum QDI diesen Weg gegangen ist statt wie alle anderen Hersteller die zwei seriellen Ports nebeneinander zu belassen.

Dokumentation
Das englische Handbuch ist in den meisten Phasen sehr ausführlich, auch die Treiberinstallation wird kurz beschrieben. Gut ist auch das großes Bild des Mainboards in der Mitte des Handbuchs, auf dem alle Anschlüsse markiert sind.
Weniger gut ist dagegen, dass die Installation des Prozessors überhaupt nicht erwähnt wird. Für den erfahrenen User kein Problem, aber eben nicht für jeden. So muss man dann u.a. den Anschluß für den Ventilator-Kühler auf dem angesprochenen Board-Bild suchen.
Hier hat man dann aber erfreulicherweise die Auswahl, denn QDI spendierte dem KinetiZ 7T gleich drei Fan-Ports, statt wie sonst üblich nur zwei anzubieten – einen für den CPU-Kühler und einen für einen eventuellen Gehäuse-Lüfter.

BIOS-Startlogo
Das QDI wird von Haus aus mit einem BIOS-Logo ausgeliefert, dass einem statt der Resultate des POST (Power On Self Test) ein QDI-Logo zeigt. Dieses BIOS-Logo kann erstens im BIOS auf Wunsch ab- bzw. später wieder zugeschaltet werden und zweitens auch nach eigenen Wünschen gestaltet und ins BIOS geladen werden. Dafür liefert QDI ein kleines DOS-Tool mit, mit dem man eine eigene Grafik (max. 640×480 Pixel bei 256 Farben) in ein BIOS-File integriert. Wenn man dann das BIOS mit diesem File flasht, erscheint beim Start des Systems immer die eigene Grafik. Sehr hübsch! 🙂
Noch eine Anmerkung zum Flashen des BIOS: dies kann im BIOS-Setup über den Punkt „Flash Write Protect“ unterbunden werden, wenn man Bedenken hat, dass irgendwelche Mitbenutzer des PC eventuell zu experimentierfreudig sind. QDI nennt dieses Feature „BIOS Protect Easy“.

Beilagen
Leider hat QDI es nicht für notwendig erachtet, neben dem UltraDMA- und dem Diskettenlaufwerk-Kabel noch ein IDE-Kabel für den Anschluß eines CD-ROM oder DVD-ROM Laufwerks bzw. Brenners beizulegen. Dies gehört unserer Ansicht nach zu jedem Motherboard dazu.
Auf der CD finden sich neben den Chipsatz- und Audio-Treibern von Via Technologies und dem bereits angesprochenen BIOS-Logo-Tool noch ManageEasy von QDI, eine Client/Server-Software zum Beobachten und Kontrollieren von Systemen über ein Netzwerk, und das Anti-Virus-Programm PC-cillin.
Die beim Einlegen der CD automatisch gestartete Installations-Routine läßt dem User nicht viel Spielraum, aber das ist auch nicht notwendig. Die Installation zunächst der Chipsatz- und dann der Audio-Treiber verläuft problemlos.


QDI KinetiZ 7T Board
QDI KinetiZ 7T Board

Overclocking
Die neun Jumper auf dem Board und die Beschreibung im Handbuch zur Einstellung der sogenannten „CPU bus ratio“ liessen einiges an Übertaktungspotenzial erhoffen. Um es vorweg zu nehmen: wir wurden enttäuscht, aber der Reihe nach…
Im BIOS-Setup gibt es einen Abschnitt namens „Frequency/Voltage Control“. Hier der erste Dämpfer: Die Spannung des Prozessors lässt sich aber gar nicht verändern, da es keine Einstellungsmöglichkeit dafür gibt. Es wird lediglich angeboten, den Front Side Bus zu kontrollieren. Hier gibt es neben der Default- und der Standard-Einstellung für FSB/PCI-Bus von 100/33 folgende Möglichkeiten (FSB/PCI):
102/34, 104/35, 106/35, 107/36, 108/36, 109/36, 110/37, 111/37, 112/37, 136/34, 140/35, 145/36, 150/38, 155/39, 160/40, 166/42
Auf dem Board selbst befinden sich eine ganze Reihe von Jumpern zum Übertakten. Da wäre zum einen die Auswahl des FSB: 100 oder 133 MHz. Allerdings wollte das System mit dem für den Test verwendeten Duron 600 bei einem FSB von 133 MHz nicht booten.
Zum anderen gibt es die bereits erwähnten neun Jumper zur Einstellung des CPU Multiplikators für Prozessoren, deren Multiplier nicht fest in der CPU verdrahtet sind. Unser Duron 600 ist noch eines der Modelle, bei denen eine Änderung des Multiplikators möglich ist (L1-Brücke ist geschlossen), so dass wir uns trotz fehlender VCore-Einstellmöglichkeit relativ viel Hoffnung auf ein erfolgreiches Overclocking machten.
Die Jumper-Settings für die Multiplikatoren von 5x bis 12,5x sind genau im Handbuch beschrieben. Mit dem Duron 600 (Default-Multiplier: 6x) konnten wir folgende Ergebnisse feststellen:

Multiplikator Ergebnis POST
5x / 5,5x Duron 500 MHz
6x / 6,5x Duron 600 MHz
7x – 12,5x Kein Systemstart


Irgendwie scheinen die Einstellungen nicht korrekt zu funktionieren. Sie werden aber auch nicht komplett ignoriert, wie man an den 5x und 5,5x Settings erkennen kann. Eigentlich ein Unding, dass dieses Overclocking-Feature einfach nicht nutzbar ist, denn schließlich ist es wie gesagt im Handbuch beschrieben.
Allerdings muss man QDI/Legend zugestehen, dass sie die Overclocking-Möglichkeit weder auf ihrer Website oder in der Produktbeschreibung noch auf der Mainboard-Schachtel erwähnen. Niemand dürfte sich also das KinetiZ 7T kaufen, weil er irgendwo etwas offizielles gelesen hat, dass Overclocking explizit unterstützt wird.

Bleibt also nur noch die Übertaktung per Front Side Bus, was aber immer ein wenig heikel ist, da ja nicht nur der Prozessor, sondern auch Speicher, AGP-Grafikkarte, PCI-Karten und sogar der IDE-Controller auf diese Weise mit höherem Takt laufen müssen. Hier hängt der Erfolg immer von der schwächsten Komponente ab, die in jedem System eine andere sein kann.
Uns gelang es, den Duron 600 auf Dauer stabil mit 660 MHz, also einem FSB von 110 MHz zu betreiben. Dadurch wurden die Resultate unter Quake3 bis zu 8% schneller, wie auch folgender Tabelle zu entnehmen ist:

Benchmark Auflösung Duron 600 MHz Duron 660 MHz Steigerung
Quake3 – Fast 800x600x16 104,9 113,3 8,0%
1024x768x16 84,9 85,9 1,2%
Quake3 – HighQ 800x600x32 95,3 100,7 5,7%
1024x768x32 68,7 68,9 0,3%


Da wir den Multiplikator lediglich auf 5x senken konnten, haben wir in dieser Einstellung auch mal einen FSB von 133 MHz versucht, aber das System war so nicht zum Start zu bewegen.

Fazit
Das QDI KinetiZ 7T ein schnelles Sockel-A Mainboard ohne besondere Features. Das individuell gestaltete Boot-Logo ist zwar nett, aber kein rechter Gewinn. Die Sperrung des BIOS-Flashens ist eher für Firmen interessant, aber nichts für den Power-User. Gleiches gilt für das Client/Server-Überwachungstool „QDI ManageEasy“.
Auch die fehlenden Übertaktungsmöglichkeiten reizen natürlich niemanden, gerade das KinetiZ 7T zu kaufen. Wer allerdings unbedingt eines der schnelleren Sockel-A Boards sein Eigen nennen möchte und auf UltraDMA/100 verzichten kann, darf getrost zugreifen, da auch der Preis von etwa 300 DM relativ günstig ist.

Damit kommen wir zu dieser abschließenden Bewertung des QDI KinetiZ 7T:


Wertung QDI KinetiZ 7T

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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