KT400 Konfusion

KT400A kommt - KT400 demnächst auch als KT333 erhältlich

Wie vorausgesehen wird VIA Technologies den KT400 Chipsatz für Mainboards für AMD-Prozessoren nochmal überarbeiten (müssen). Eine neue Version soll vermutlich als KT400A im November vorgestellt werden. Der Grund dafür dürfte die relativ magere Leistung beim Einsatz von DDR400 SDRAM sein. KT400-Mainboards bieten bei 200MHz Speichertakt kaum bessere Performance als eine Platine mit KT333 Chipsatz bei 166MHz (DDR333).

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Daraus ergeben sich aber einige Probleme. Aufgrund des bevorstehenden KT400A zögern einige Mainboard-Hersteller, den jetzigen KT400 einzusetzen. Da der mangelnde Leistungsvorsprung des KT400 gegenüber dem KT333 mittlerweile auch dem Anwender bekannt ist, ist die Nachfrage nach (inzwischen billiger gewordenen) KT333-Platinen weiterhin hoch. VIA hat aber Ende September die Produktion des älteren Chipsatzes eingestellt, so dass die Mainboard-Hersteller in absehbarer Zeit ihre KT333-Vorräte abgebaut haben werden. Der Lösungsvorschlag von VIA für diese etwas verzwickte Situation? Bereits produzierte KT400 Chipsätze sollen um ihre AGP 8x Fähigkeit beschnitten und als KT333 (Revision CF) auf entsprechend markierten Mainboards eingesetzt werden.

Dies ist nicht ganz trivial, denn der KT400 und sein Vorgänger sind nicht Pin-kompatibel, so dass ein KT333-Mainboard etwas umgestaltet werden muss. Ob die Hersteller die neuen Platinen mit dem KT333 ‚CF‘ mit neuen Versionsnummern oder Bezeichnungen versehen werden, ist noch nicht ganz klar. Notfalls müsste der Kunde einen Blick unter den Northbridge-Kühler werfen, um die Revision des Chipsatzes zu erkennen, was allerdings so gut wie kein Händler erlauben dürfte.
Trotz der fehlenden AGP 8x Fähigkeit hätte der zum KT333 ‚CF‘ ummarkierte KT400 aber Vorteile gegenüber der aktuellen Revision ‚CE‘ des KT333 Chipsatzes, auch wenn die Leistungsunterschiede in der Praxis kaum zu spüren sein werden. So ist die Verbindung von North- und Southbridge (V-Link) doppelt so schnell (533 statt 266 MB/s) und auch die Performance der Speicheranbindung wurde etwas optimiert.

Was ist nun dem Anwender zu raten, der gerade ein neues Sockel-A Mainboard für aktuelle und kommende AMD-Prozessoren sucht? Üblicherweise soll warten, wer noch warten kann. Mainboards mit dem KT400A dürften beim Einsatz von DDR400 SDRAM auf jeden Fall schneller und problemloser sein als KT400 Platinen. Allerdings darf man nicht mit größeren Leistungssprüngen gegenüber einer KT333 Platine mit DDR333 rechnen. Letztere Kombination ist immer noch eine gute Wahl, zumal die Preise für diese Boards in letzter Zeit etwas gefallen sind. Aktuell unterstützen diese Platinen noch nicht den mit den Athlon XP 2700+ und 2800+ Anfang Oktober eingeführten höheren Front Side Bus von 166 MHz (333MHz DDR), aber wenigstens die namhaften Hersteller dürften entsprechende BIOS-Updates anbieten, mit denen jetzt noch aktuelle KT333 Mainboards dafür fit gemacht werden können. KT400A Boards werden den höheren FSB auf jeden Fall schon ab Werk bieten.
Alternativen zu den aktuellen VIA-Chipsätzen gibt es derzeit kaum. SiS ist mit dem SiS746 noch in Verzug, ebenso wie nVidia mit dem nForce2. Da bliebe nur der Griff zu den älteren SiS745 oder nForce Chipsätzen, aber ob diese auch problemlos für kommende Athlon XP mit 166MHz FSB geeignet sind, darf zumindest bezweifelt werden.

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Quelle: x-bit labs

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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