ATI Radeon 9500 und 9700

DirectX9-Grafikkarten für 209 u. 359 Euro - Radeon 9500 Pro im November

ATI Technologies stellt heute offiziell die neuen Radeon 9500, 9500 Pro und 9700 Grafikkarten vor. Alle basieren auf dem gleichen Grafikchip, dem R300, den die Kanadier bereits mit der Radeon 9700 Pro eingeführt haben. Das bedeutet auch, dass all diese Produkte bereits das für November erwartete Microsoft DirectX 9 unterstützen und auch ansonsten die gleichen Grafikfeatures wie die im Juli eingeführte High-End Grafikkarte bieten. Die Unterschiede liegen lediglich in der Performance und natürlich im Preis. Laut ATI sollen die Radeon 9500 für €209 und die Radeon 9700 für €359 noch in diesem Monat im Handel erhältlich sein. Die Radeon 9500 Pro wird dann im November folgen und soll 249 Euro kosten (jeweils offizielle Preisempfehlungen).

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Mit den neuen Grafikkarten schließt ATI die Sortimentslücke zwischen Radeon 9000 Pro und Radeon 9700 Pro, die sich preislich und vor allem leistungsmäßig zwischen diesen aufgetan hat. Gleichzeitig bietet man den Anwendern neue Produkte an, die sich eine Grafikkarte für mehr als 400 Euro nicht leisten wollen oder können. Schließlich sind das laut ATI immerhin 99% des Marktes (siehe nebenstehende Grafik).
Die technischen Unterschiede der neuen Produkte im Vergleich zur Radeon 9700 Pro liegen in der Anzahl der Pixel-Pipelines (und damit der Füllrate), der Speicheranbindung und den Taktfrequenzen. Die folgende Tabelle verdeutlicht das.

Grafikkarte Pipeline
Architektur
Grafikchip Speicher Speicher-
schnittstelle
Speicher-
ausstattung
Radeon 9700 Pro 8 325 MHz 620 MHz 256 bit 128 MB DDR
Radeon 9700 8 275 MHz 540 MHz 256 bit 128 MB DDR
Radeon 9500 Pro 8 275 MHz 540 MHz 128 bit 128 MB DDR
Radeon 9500 4 275 MHz 540 MHz 128 bit 64 MB DDR

Während die Radeon 9500 und 9500 Pro Karten von ATI mit der GeForce4 Ti4200 verglichen werden, stellt man die neue Radeon 9700 gegen Ti4400 und Ti4600 auf.
Man muss abwarten, wie sehr die Performance der 9500 unter der geringeren Speicherbandbreite und den weniger Pipelines leidet. Schließlich wurde an der Anzahl der Textur-Einheiten (eine pro Pipe) nichts verändert. Vermutlich ist die Radeon 9500 deshalb eher nicht für den leidenschaftlichen Computerspieler geeignet.
In einem ersten Test bei AnandTech konnte die Radeon 9700 dagegen überzeugen. Trotz der niedrigeren Taktfrequenzen ließ diese Karte eine GeForce4 Ti4600 hinter sich. Falls sich der Preis der Non-Pro 9700 im Versandhandel nach kurzer Zeit der 300-Euro-Grenze annähert, dürfte sie eine Menge Freunde finden.
Ob die Radeon 9500 Pro eine interessante Alternative zur beliebten GeForce4 Ti4200 und der kommenden Ti4200-8X sein wird, muss ebenfalls abgewartet werden. Zwar bietet sie eine etwas bessere Performance als diese nVidia-Karten, dürfte aber zumindest am Anfang mit einem Preis von über 200 Euro noch deutlich teurer sein. Nur wer schon jetzt eine langfristige Anschaffung einer Grafikkarte plant, dürfte die Radeon 9500 Pro im Hinblick auf DirectX9 in Betracht ziehen. Wer sich sowieso im Sommer oder Herbst nächsten Jahres eine neue Karte kauft, für den lohnt sich das wohl eher nicht, weil erst dann einige DX9-Spiele erhältlich sein dürften.

Von ATI selbst wird es übrigens keine Radeon 9700 und keine Radeon 9500 geben – auch nicht in Nordamerika. Dies überlässt man voll und ganz den Partnern wie Sapphire, Hercules, Gigabyte etc. ATi konzentriert sich auf die Pro-Karten (Radeon 9700 Pro und 9500 Pro).
Sapphire hat auch bereits seine neuen Radeon 9500 Atlantis und Radeon 9500 Atlantis Pro angekündigt.

Grafikkartenmarktanteile

Quelle: ATI

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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