Erste GeForce FX Tests

Referenzmodell der neuen nVidia Grafikkarte kann (noch) nicht überzeugen

Heute sind die ersten – sehnlichst erwarteten – unabhängigen Testberichte der neuen nVidia GeForce FX 5800 Ultra High-End Grafikkarte erschienen. Um das Ergebnis in Kürze vorweg zu nehmen: keiner der Tester ist wirklich begeistert von der Karte. Wer einen Radeon-9700-Pro-Killer erwartet hatte, wird bitter enttäuscht. Zwar kann die GeForce FX insgesamt betrachtet einen Punktsieg gegen ATIs Flaggschiff verbuchen, aber die neue nVidia-Karte ist nur wenig schneller und in manchen Benchmarks bzw. bei einigen Qualitätseinstellungen sogar langsamer. Allerdings bezeichnen alle Magazine ihre Artikel noch als ‚Previews‘, da es sich bei dem Testobjekt noch um ein Referenzmodell von nVidia handelt. Wenn entsprechende Grafikkarten in etwa einem Monat in den Handel kommen, dürften die Treiber noch weiter optimiert worden sein. Außerdem wird eventuell der extrem laute Lüfter noch etwas überarbeitet – und dies scheint auch notwendig.

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Eines der größten Kritikpunkte der Tester war nämlich das “FX Flow“ genannte Kühlsystem der GeForce FX Karten. Wie in der ersten Vorstellung im November von nVidia bereits angekündigt, taktet die Karte im 2D-Betrieb (Desktop, Office-Anwendungen etc.) von 500/1000MHz automatisch auf 300/600MHz herunter. Dadurch wird die Lautstärke zwar deutlich gemindert, kann aber immer noch nicht als ‚leise‘ bezeichnet werden. Im 2D-Betrieb liegt eine GeForce FX dann auf dem Niveau anderer High-End Grafikkarten, während man im 3D-Betrieb und bei höchstem Takt fast schon Kopfhörer empfehlen muss.
Wer sich davon selbst einen Eindruck verschaffen will, kann dies schon jetzt anhand von Videos und Sounds machen. Während AnandTech zwei Videos veröffentlicht hat, die die Lautstärke einer GeForce FX 5800 Ultra mit der einer ATI Radeon 9700 Pro vergleichen, findet man bei Tom’s Hardware Guide drei Sound-Dateien, die ebenfalls diesen Unterschied der beiden Karten und zwischen 2D- und 3D-Betrieb der FX verdeutlichen.
Weiterhin scheint etwas bedenklich, dass die GeForce FX bei zu hoher Temperatur (z.B. bei Übertaktung) nach kurzer Zeit automatisch auf die 2D-Einstellung 300/600MHz herunterregelt und auch der Lüfter dann wieder entsprechend langsamer läuft. Dies geschieht im laufenden Betrieb, also etwa mitten im Spiel, was gegebenenfalls ein ungünstiger Moment sein kann. Hier wäre ein anderer Algorithmus, der einfach die Übertaktung rückgängig macht, vermutlich sinnvoller.

Insgesamt war also keiner der Tester wirklich überzeugt von der GeForce FX. Angsichts einer Verspätung um mehrere Monate und einer im besten Fall nur 10% schnelleren Performance in Relation zu einer ATI Radeon 9700 Pro, wird die FX schon mit der Radeon 8500 verglichen. Diese kam auch verspätet auf den Markt und konnte sich dann nicht mehr gegen die GeForce3 Ti500 durchsetzen. Nun haben sich aber die Vorzeichen für nVidia und ATI umgekehrt.
Normalerweise holt nVidia aus den Treibern für neue Produkte nach deren Veröffentlichung im Laufe der Zeit nochmal 10-20% Leistung heraus. Man darf gespannt sein, ob ihnen dies auch bei der GeForce FX gelingt. Erst dann – und wenn gleichzeitig das Kühlsystem leiser gemacht wird – dürfte ein Kauf dieser Grafikkarte tatsächlich Sinn machen angesichts der starken ATI-Konkurrenz. Zumal der Preis der GeForce FX 5800 Ultra anfangs noch deutlich über dem einer Radeon 9700 Pro liegen wird. Und Gerüchte besagen, dass der Nachfolger der Radeon 9700 Pro mit dem neuen R350 Grafikchip schon in Startlöchern steht…

Hier eine Auswahl verschiedener Testberichte der GeForce FX:

nVidia GeForce FX und ATI Radeon 9700 Pro
nVidia GeForce FX und ATI Radeon 9700 Pro

Quelle: Verschiedene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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