ATI mit Strategieänderung?

Weiterhin Build-by-ATI Karten in Nordamerika, aber neue Verkaufsstruktur

Letzte Woche meldete ein amerikanisches Magazin, dass ATI Technologies seine Strategie grundlegend ändern würde. Nachdem der kanadische Grafikchiphersteller seit Anfang letzten Jahres in Europa selbst keine Grafikkarten (“Build by ATI“) mehr anbietet, sondern dies seinen Add-In-Board-Partnern überlässt (“Powered by ATI“), sollte diese Strategie nun auch für Nordamerika angewendet werden. Für den Konsumenten auf dem “alten Kontinent“ eine eher unwichtige Tatsache, aber interessant wäre es doch, wenn ATI die Strategie von nVidia übernimmt, seinen Partnern lediglich Grafikchips und Referenzdesign liefert und nicht mehr im Einzelhandel als Hersteller auftritt.

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ATI hat einen solchen Strategiewechsel gegenüber Hartware.net nun dementiert, allerdings eine Änderung seiner Strukturen zugegeben.

Die offizielle Antwort von ATI auf die o.g. Meldung lautet wie folgt (frei übersetzt): ATI hat seine Distributionsstruktur leicht geändert, um den Verkauf über Großhändler für seine Board-Partner attraktiver zu gestalten. Nichts anderes hat sich geändert, inklusive unserem Support-Angebot. ATI wird weiterhin seine ganze Serie von Build-by-ATI Grafikkarten an die großen Einzelhändler in Nordamerika liefern und auf seiner eigenen Website direkt anbieten. Europa und die asiatisch-pazifische Region werden wie gewohnt komplett von den Board-Partnern bedient. Die Änderung wird die Verfügbarkeit unserer Produkte erhöhen und diese schneller in die Hände unserer Kunden bringen.

Wie die strukturellen Änderungen innerhalb von ATI aussehen, ist nicht näher bekannt. Angeblich arbeitet man in Kanada auch noch daran. Möglicherweise wird ATI seine eigenen Grafikkarten bald nur noch auf der ATI-Website und in einigen wenigen großen Fachmärkten anbieten, so dass den Partnern mehr Regalplatz in den anderen Läden zur Verfügung steht. Außerdem könnten die Grafikkarten Build-by-ATI etwas teurer sein, um das Interesse der Kunden eher auf die Powered-by-ATI Produkte zu lenken. Ob dies langfristig (und gewollt?) dazu führt, dass die Nachfrage nach Build-by-ATI Karten auf den Nullpunkt fällt und ATI zukünftig doch nur noch Grafikchips statt -karten liefert, sei dahin gestellt.

Quelle: AthlonXP.com

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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