VIA überarbeitet C3

Nachfolger des aktuellen Nehemiah bereits in Sicht

Auf dem Microprocessor Forum gab VIA Informationen zur Neuauflage des derzeit aktuellen C3-Prozessorkernes Nehemiah sowie dessen Nachfolger bekannt.

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Der neue Nehemiah C5P wurde in bezug auf Leistungsaufnahme überarbeitet. Vorerst wird er im gleichen Prozess gefertigt wie sein Vorgänger. Ab Jahresende nutzt VIA aber TSMCs low-K 0.13µm-Prozess – den gleichen Prozess, der auch beim ATI Radeon 9600 XT zum Einsatz kommt. Weiterhin wurde der Prozessorkern überarbeitet, Funktionseinheiten neu angeordnet bzw. gänzlich neue Funktionen (z.B. Kryptographiefunktionen) hinzugefügt, während andere entfernt wurden. So fehlen dem C5P z.B. zwei Komparatoren, die Cache-Assoziativität sinkt damit von vierfach auf zweifach. Inwieweit sich das auf die Performance auswirkt, bleibt abzuwarten. VIA selbst spricht davon, dass sich die ProMHz-Leistung nicht verschlechterte.

Der um 5% geschrumpfte Prozessorkern mit lediglich 20,4 Mio Transistoren wird über einen 200 MHz schnellen Frontsidebus mit dem Chipsatz verbunden. Die fünfzigprozentige Beschleunigung des FSB macht neue Chipsätze nötig. VIA liefert dazu den CM400. Erstmals unterstützt wird die Konfiguration von Zweiprozessorsystemen. Dazu werden zwei Prozessoren mit einem Frontsidebus (FSB) an den Chipsatz gekoppelt. Dank des neuen nanoBGA-Packages passen die zwei Prozessoren auf die gleiche Fläche wie bisher ein einziger Prozessor. Auf dem Microprocessor Forum konnte VIA bereits ein Mini-ITX-Mainboard mit zwei fest verlöteten Prozessoren zeigen.

Im nächsten Jahr wird der C5I alias Esther die Nachfolge des Nehemiah antreten. Der C5I wird im 0.09µm Prozess mit Silicon on Insulator Technologie (SOI) bei IBM gefertigt. SOI verringert die Leistungsaufnahme und ermöglicht höhere Performance.
Angestrebt wird eine Taktfrequenz von 2000 MHz. Dabei soll der Prozessor bei gleiche Performance nur noch die Hälfte der Leistungsaufnahme des Nehemiah erreichen.
Neben SOI werden noch SSE2 und eine verbesserte Sprungvorhersage die Leistung erhöhen.
Der mit 30mm² geradezu winzige Prozessor soll erstmals das Pentium 4 Busprotokoll unterstützen. Damit wäre VIA nicht mehr auf die bei Kunden nicht gerade beliebten eigenen Chipsätze angewiesen. Der Esther wäre kompatibel zu jedem Pentium 4 bzw. Pentium M Chipsatz und könnte gleichzeitig von der weit höheren Bandbreite des FSB profitieren.
Neben dem Pentium 4 Busprotokoll soll auch der sogenannte „VIA Bus“ unterstützt werden. Ob es sich dabei um eine Eigenentwicklung oder das bisher verwendete Pentium Busprotokoll handelt, wird sich noch herausstellen.

Erste Muster des Esther sollen im Dezember vom Band laufen.

Nehemiah C5P
Mini-ITX Board mit zwei C5P
Mini-ITX Board mit zwei C5P

Quelle: PC Watch

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