nVidia: G70 hat viele Taktraten

Grafikchip auf GeForce 7800 GTX läuft nicht mit nur einer Taktfrequenz

Nach den Berichten über die automatische Erhöhung des Chiptakts der GeForce 7800 GTX beim Start einer 3D-Anwendung war die Verwirrung zunächst groß. Läuft der Grafikchip nun mit den von nVidia angegebenen 430MHz oder mit den z.B. von ASUS proklamierten 470MHz? nVidias “Chief Scientist“ David Kirk hat nun etwas Licht in die Sache gebracht.

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Nach seinen Aussagen gibt es nicht nur eine oder zwei, sondern mehrere Taktraten innerhalb des G70 Grafikchips. “Die Leute wissen einfach nicht so viel, wie sie glauben zu wissen“, meinte Dr. David Kirk, der seit Januar 1997 die Forschung und Entwicklung bei nVidia leitet. “Es ist schwer für uns zu sagen, der Kerntakt des G70 ist DIESE einzelne Zahl“, so Kirk weiter. “Wir wollten nicht wegen Übertreibung der Taktraten kritisiert werden, deshalb haben wir eine konservative Zahl für den Chiptakt gewählt. Aber, ja, das ist nur eine der verschiedenen Frequenzen.“
David Kirk betonte außerdem, dass es sich bei dem Grafikchip der GeForce 7800 GTX tatsächlich um eine neue Architektur handelt, auch wenn dies nicht immer offensichtlich sei und manche Leute dies bezweifeln.
“Der Chip wurde von Grund auf für eine niedrige Stromaufnahme entwickelt“, sagte Kirk. “Dabei haben wir eine Reihe von Tricks verwendet, die wir bei der Entwicklung von mobilen Chips gelernt haben. Die Taktraten innerhalb des Grafikchips sind dynamisch. Wenn man sie mit einem Oszilloskop beobachten würde, würde man sehen, wie die Frequenzen die ganze Zeit steigen und sinken, wenn die verschiedenen Teile des Chips unter Last kommen.“
Kirk wollte in dem Interview von bit-tech.net allerdings nicht verraten, was die verschiedenen Taktraten des G70 tun. “Der Chip ist groß – es sind 300 Millionen Transistoren“, meinte er. “Im Verhältnis zu einem Takt ist es ein langer Weg durch den Chip. Deshalb ist es sinnvoll, dass verschiedene Teile des Chips ihre Aufgaben bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten erledigen.“
Bezüglich Overclocking und dem Auslesen der Taktraten mit Tools wie z.B. dem RivaTuner fügte Kirk hinzu: “Der Chip ist aufgrund der niedrigen Stromaufnahme und geringen Wärmeentwicklung tatsächlich besser für eine Übertaktung geeignet. Wir müssen mit den Leuten vom RivaTuner zusammen arbeiten, weil es für solche Tools sinnvoller ist, nur Overclocking-Optionen anzubieten, die wirklich zu einer Leistungssteigerung führen, statt es den Anwendern zu überlassen, die besten Taktraten-Kombinationen selbst herausfinden zu müssen.“

nVidia Chief Scientist David Kirk

Quelle: E-Mail

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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