Blue-ray-Disc: Kopierschutz steht fest

3-facher Schutzwall gegen Kopierer

Gestern Abend hat sich die Blu-ray-Disc-Association (BDA) nach langem Hin- und Her auf einen Standard für das digitale Restriktions-Managment (DRM) der Blue-ray-Discs geeinigt. Ebenso wie die HD-DVD soll die Grundlage aus dem Advanced Access Content System (AACS) bestehen. Diese kontroverse Technologie würde erfordern, dass Abpielgeräte eine permanente Verbindung zum Internet aufrecht erhalten, damit kompromittierte Systeme jederzeit gesperrt werden können.

Anzeige

Die zweite Maßnahme nennt sich BD+ und soll es ermöglichen, beliebige Verschlüsselungsalgorithmen zu verwenden, da die Verschlüsselungsmethoden auf den Discs selbst und nicht wie beim DVD-Standard im ROM der Player gespeichert werden sollen. So wird es möglich sein, jederzeit eine neue Verschlüsselung einzusetzen, sollte eine alte geknackt sein. Das Knacken einer Methode wird so nicht noch Jahre später Auswirkungen haben, wie dies bei den DVDs der Fall ist. Der CSS-Schutz ist zwar schon seit 1999 ausgehebelt, da er jedoch der einzig verfügbare ist, kommt er noch heute auf fast allen DVDs zum Einsatz.

Die dritte Stufe richtet sich gegen professionelle Kopierer, die in nicht lizensierten Presswerken massenhaft Kopien anfertigen. Eine „ROM Mark“ genannte Technik soll für Konsumenten nicht identifizierbare, digitale Wasserzeichen auf die Oberfläche vorbespielter Discs brennen. Über die eingesetzte Technik ist bisher wenig bekannt. Das notwendige Equiment soll nur an lizensierte BD-ROM-Produzenten ausgegeben werden.

Auch in der Sprache der Anbieter tritt mit der Blue-ray-Disc ein Wandel ein. Wurden solche Systeme früher noch als „Schutz“ oder „Rechte-Management“ bezeichnet, so spricht man von nun an von „Inhalts-Management“. Dass es die Rechte der Nutzer sind, die hier „gemanaged“ werden, soll möglichst nicht zum Vorschein kommen. Im allgemeinen Sprachgebrauch hatte sich nämlich das von der Industrie als „digitales Rechte-Management“ beizeichnete DRM schnell zum „digitalen Restriktions-Management“ gewandelt. Schließlich reagieren viele Kunden mit Ablehnung gegenüber einer Einschränkung ihrer Rechte und Freiheiten durch digitales Restriktions-Management, und die in der Blue-ray-Disc Verwendung findenden Technologien erinnern stark an das unbeliebte TPM. Der Erfolg der Medien hängt größtenteils vom verwendeten Kopierschutz ab. Während sich die Industrie geringere Verluste durch „Raubkopien“ erhofft, könnte es freilich sein, dass die Kunden die neue Technologie links liegen lassen und weiterhin zur bewährten DVD greifen. Denn wer nimmt für eine etwas bessere Bildqualität schon derartig eisern betonierte Inhalte in Kauf?

Quelle: Eigene

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.