Physikbeschleuniger: Ageia PhysX von BFG - Seite 3

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PhysX in der Praxis

Zunächst wurde die beim Treiber mitgelieferte Boxes-Demo getestet. Hier wirft man einen Ball in einen großen Stapel aus kleinen roten und blauen Quadern. Der Stapel bricht dann entsprechend zusammen, allerdings nicht nur das: manche Quader scheinen der Schwerkraft entkommen zu wollen und fliegen enorm weit bzw. hoch. Diese „physische Anomalität“ könnte man mit dem Vorführeffekt erklären, den die Demo bieten soll.

Bilder jeweils

Demo: Ausgangszustand

Die Kisten fliegen

Die Boxes-Demo läuft auch ohne installierte PhysX Karte und mit Physikberechnungen per Software, so dass man einen kurzen Benchmarkvergleich ziehen kann. Gemessen wurde mit Fraps auf einem System mit AMD Athlon 64 4000+, 1GB RAM und Radeon X1800 XL.

Ageia Boxes Demo Frames Durchschnitt Min. Max.
ohne PhysX Karte 1748 58,3 48 103
MIT PhysX Karte 2549 85,0 63 106

Obwohl gleiche Bedingungen herrschten, wurden mit der PhysX Karte mehr Bilder berechnet. Dabei war sie trotzdem deutlich schneller. Ohne PhysX Karte war auch die minimale Bildwiederholrate nicht unerheblich niedriger.
Insgesamt ist das Ergebnis aber natürlich wenig überraschend. Schließlich handelt es sich hier um eine Demo von Ageia, die die Vorzüge der PhysX Technik zeigen soll.

BFG stellte zum Test die von Ageia mitentwickelte CellFactor Demo zur Verfügung. Dabei handelt es sich noch nicht um ein fertiges Spiel, aber immerhin um eine ziemlich weit fortgeschrittene Demo. CellFactor setzt eine PhysX Karte voraus, so dass kein direkter Vergleich zu einem System ohne diese Karte möglich ist.
Die Demo besitzt enorme Interaktionsmöglichkeiten mit fast allen sichtbaren Objekten. Kisten und Trümmer liegen nicht einfach nur herum, sie können bewegt und zerstört werden. Außerdem schiebt die Spielfigur beim Laufen durch verschiedene Gegenstände diese automatisch beiseite, d.h. eine Holzksite ist z.B. nach ihrer Zerstörung nicht einfach nur noch Beiwerk, sondern die Reste der Kiste sind weiterhin individuelle Objekte.
Leider ist bei CellFactor nicht alles einwandfrei, wie aus dem hier zur Verfügung gestellten, 30-sekündigem Video (ohne Ton) hervor geht.


Video aus CellFactor – Anklicken zum Anschauen oder Herunterladen (WMV, 2.9 MB)

Zunächst wird ein Kistenstapel zum Einsturz gebracht. Die darauf liegenden, größeren Kisten reagieren entsprechend und bringen letztendlich auch einen weiteren, daneben stehenden Kistenstapel zum Einsturz.
Zwischendurch befällt die Kisten sowie den dahinter liegenden Stapel aus großen Rohren ein unerklärliches und eigenständiges Zucken. Dies ist dem Realitätsempfinden natürlich sehr abträglich.
Nicht im Video zu sehen, aber trotzdem auffällig ist in der CellFactor Demo, dass manche Objekte beim Beschuss mit einfachem Gewehr enorm hoch in die Luft geschleudert werden. Außerdem bewegen sich manche Objekte von selbst durch die Szenerie. So rollte dem Spieler das ein oder andere Mal eine Kiste ohne jegliche Einwirkung über den Weg. In diesen Punkten scheint es noch einiges zu tun zu geben bei der korrekten physikalischen Berechnung der einzelnen Objekte.

Ein weiteres potenzielles Problem wird bereits aus diversen Foren berichtet. Anwender, die bereits Komplettsysteme mit einer PhysX Karte (z.B. von Dell oder Alienware) besitzen, berichten von niedrigeren (!) Bildwiederholraten als ohne PhysX Karte. Mögliche Ursachen könnte der bandbreitenlimitierte PCI Bus bzw. der Chipsatz sein, der für den Datentransfer zwischen CPU, Grafikkarte und PhysX Einheit zuständig ist, oder die Grafikkarte wird durch die größere Anzahl dargestellter Objekte in die Knie gezwungen. Letzteres scheint auch ein Problem in dem neuen Spiel „Ghost Recon Advanced Warfighter“ zu sein. Dieses unterstützt als eines der noch sehr wenigen Games die PhysX Karte und bietet dann z.B. aufwändigere Explosionen und herumfliegende Splitter und Trümmer. Und gerade diese zusätzlich zu berechnenden und darzustellenden Objekte scheinen zuviel selbst für manche High-End Grafikkarten zu sein.

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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