Intel Penryn: Erste 45nm Tests

Neue 45nm CPUs kommen Ende 2007, bereits jetzt erste Tests in Asien

Ende März hatte Intel Einzelheiten zu kommenden, in 45 Nanometer Technologie gefertigten Generation der neuen Prozessoren verraten. Ende dieses Jahres sollen die ersten Dual- und Quad-Core Modelle auf Basis der gegenüber der aktuellen Core 2 Serie verbesserten CPU-Kerne mit dem Codenamen ‚Penryn‘ erscheinen. Erste, am Wochenende in Asien erschienene Tests verheißen Gutes.

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Beim Penryn handelt es sich nicht um einen einfachen „Die Shrink“, bei dem die CPUs statt wie bisher mit 65nm künftig mit 45nm Strukturbreite produziert werden. Intel hat einige Optimierungen vorgenommen und auch den integrierten Level-2 Cache vergrößert, auch wenn die Basis weiterhin die Core Mikroarchitektur ist, wie bei den derzeit erhältlichen Core 2 Duo und Quad Prozessoren (Codename: Conroe). Neu sind u.a. 50 neue Multimedia- und Multithreading-Befehle (SSE4), ein verbesserter „Divider“, so dass Divisionen und vor allem Quadratwurzel-Operationen deutlich schneller ausgeführt werden können, und ein neuer Low-Power Modus für Notebook-Penryns: „Deep Power Down Technology“. Dabei werden CPU-Takt und Cache abgeschaltet.
Der L2-Cache des Penryn wird auf 3 MByte pro Kern gesteigert (Conroe: 2 MByte). Die 45nm Dual-Core Modelle (Codename: Wolfdale) besitzen daher 6 MByte, die Quad-Core Versionen (Codename: Yorkfield) sogar 12 MByte Level-2 Cache.
Beim Vergleich eines Vorabexemplars einer Wolfdale Dual-Core CPU mit 2,33 GHz, 6 MByte L2-Cache und 1333 MHz Front Side Bus mit einem Core 2 Duo E6550 (4 MByte L2-Cache, ansonsten gleiche Spezifikationen) ist es dann auch keine Überraschung, dass die 45nm-CPU aufgrund des größeren Cache und der internen Optimierungen schneller ist. Der Leistungsvorsprung liegt nach Tests von HKEPC zwischen einem und immerhin 31 Prozent, je nach Anwendung. Eine Ausnahme bildet nur die Videoumwandlung mit einer Alpha-Version von DivX, die bereits SSE4 unterstützt. Durch SSE4 ist der Wolfdale hier satte 116 Prozent schneller als der Conroe.
Beeindruckend sind auch die Messwerte von Leistungsaufnahme und Betriebstemperatur. Im Idle-Mode (ohne Last) verbraucht der Core 2 Duo E6550 61 Watt und wird 41°C warm. Der Intel Wolfdale mit gleicher Taktfrequenz benötigt dagegen nur 43W und liegt bei 31°C. Bei voller Belastung ist der Unterschied ähnlich. Hier braucht der Intel Wolfdale mit 2,33 GHz nur 59 Watt und die Temperatur bleibt bei angenehmen 37°C. Der Core 2 Duo E6550 zieht dagegen unter Last 83W und wird 49°C heiß. Ein Teil des Unterschiedes von Temperatur und Stromaufnahme ist natürlich auch auf die von 1,2 auf 1,16 Volt leicht abgesenkte Betriebsspannung der 45nm-CPU zurückzuführen.
Ursprünglich waren die Penryn Prozessoren erst Anfang des nächsten Jahres erwartet worden. Mittlerweile werden die schon Mitte Juni aufgetauchten Gerüchte bestätigt, dass Intel zumindest einige der 45nm-Modelle in das vierte Quartal dieses Jahres vorgezogen hat. Wahrscheinlich handelt es sich dabei zumindest um ein neues Quad-Core Top-Modell mit 3,33 GHz, 1333 MHz FSB und 12 MByte Level-2 Cache. Es ist noch unklar, wie diese CPU genau heißen wird. Intern wird sie vorab der „Core Extreme“ Serie zugerechnet.
Große Stückzahlen erwartet man bei Intel zunächst nicht. Nur zwei bis drei Prozent aller Prozessoren werden anfangs 45nm Yorkfields sein. Die Umstellung von 65 auf 45 Nanometer wird demnach langsam vollzogen, man rechnet im zweiten Quartal 2008 mit 30 Prozent 45nm-CPUs im Desktop-Bereich.

Intel Wolfdale Engineering Sample
Intel Wolfdale CPU-Informationen

Quelle: HKEPC

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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